Die AOC auf der VDT Schau in Dortmund
Die Klasse wurde von den Züchtern wieder gut angenommen, wenn auch einige der in den vergangenen Jahren bei einigen Rassen gezeigten Farbenschläge jetzt in der Klasse der Neuzüchtungen angekommen sind, z.B. die weißbindigen andalusierfarbenen Farbentauben. Einige SV haben die Klasse ausgiebig auf ihren Sonderschauen genutzt und waren jetzt gar nicht oder nur mit wenigen Tieren in der AOC in Dortmund vertreten.
Gezeigt wurde ein breites Spektrum, angefangen von den eher unspektakulären Farbenschlägen Blaugehämmert und Dun, die in anderen Rassen ganz selbstverständlich als Standardfarbenschläge gezeigt werden können, bis hin zu echten Neukreationen in der jeweiligen Rasse, wobei oft der Erbfaktor „Indigo“, die Basis auch der Andalusierfarbenen, beteiligt war.
Die Europaschau der Modena war der allgemeinen Klasse vorgeschaltet, und trotz der Vielzahl der anerkannten Farbenschläge fanden sich ein spalterbiger dominant roter Gazzi und zehn Schietti, darunter zwei mit hv bewertet, in der AOC. Da laut Standard etwas schwarz bei Dominant Roten erlaubt ist, hätte der dominant rote Gazzi mit seinen Tintenspritzern als Zeichen der Spalterbigkeit auch in der allgemeinen Klasse stehen können. In die AOC hätten dagegen die als „indigo einfarbig“ gemeldeten Gazzi gehört, bei denen es sich genetisch um dunkelgehämmerte Indigo handelte, die ein so dunkles braunrotes Schild erhalten, daß sich die Hämmerung nicht mehr abhebt. Auch reinerbige Indigo und reinerbige Andalusierblaue bei den Schietti hätten die Klasse der AOC verstärken müssen, da sie sich nicht im Standard finden.
Bei den Römern eine Dunfarbene. Dun, Dungescheckt und Schwarzgescheckt sowie eine Blauschimmeltäubin fand man bei den Montauban. Die Show Racer, wie schon in den Vorjahren, mit einigen interessanten Varianten. Ein Dominant Opalgehämmert (hellblaugehämmert mit der für viele dominant opalfarbene typischen weißlich bronzefarbener Aufhellung in der Zeichnung sowie ausgebleichtem Schwanz) machte den Anfang. Ein bindiges Tier Dominant Opal (hellblau mit weißen Binden) mit sg 94 am höchsten in dieser Klasse ausgezeichnet, mehrere Aschfahle, darunter ein spalterbiger Täuber mit Tintenflecken, ein Schwarzgescheckter (Tiger mit einigen weißen Schwingen und ein Schwarztiger rundeten das Bild ab.

Show Racer aschfahl
Die Kingtaubenzüchter bringen auch immer wieder Überraschungen in die Käfige, hier – wie schon in Leipzig – eine ganze Sammlung auch rassisch ansehnlicher Almond-Varianten. Die meisten davon entsprachen der Färbung der Vielfarbenen, wie man sie auch bei den Modena kennt, ein hellcremefarbener Vielfarbener stand als höchstbewerteter mit hv96 gleich am Anfang der Gruppe. Im Käfig 6641 aus derselben Zucht ein farblich schöner Schwarzsprenkel, dahinter gleich ein Blausprenkel als weitere Rarität. Weitere Sprenkel folgten. Indigovarianten waren wie schon im Vorjahr durch eine bindigen Indigo, einen dunklen Indigo (Indigoblau mit braunrotem Schild), einen Andalusierblauen und einen reinerbigen (silbergrauen) Andalusier vertreten, mit Ausnahme von zwei G-Noten alle im SG-Bereich.

King dunkelgehämmert indigo King reinerbig andalusier
Bei den Englischen Zwergkröpfern mußte man zweimal hinsehen, um zu erkennen, daß im Käfig eine Besonderheit steckte. Beim ersten Blick schien es sich um einen fehleingesetzten Weißen zu handeln, die bei den Englischen Kröpfern dunkle Augen besitzen. Der zweite Blick zeigt, daß es sich bei diesem rassig hochwertigen Vertreter (SG95) nicht um einen dieser rezessiv Weißen, sondern um einen rotäugigen Vertreter handelte. Woher das rote Auge kommt, bleibt ein Rätsel, das wohl nur der Züchter aufklären kann, denn auch bei der entfernten Verwandtschaft, den Französischen, Liller und Brünner Kröpfern besitzten die Weißen ein dunkles Auge. Bei den Norwichkröpfern fand sich eine permanent gut aufgelegte und blasfreudige Indiogehämmerte mit 95 Punkten, bei den Marchenerokröpfern eine ganze Gruppe von vier Aschfahlen mit feinen rötlichen Einlagen sowie eine farblich schöne bindige Khakifahle, die anders als die Rot-, Braun-, Gelb- und Blaufahlen in dieser Rasse nicht standardisiert ist und tatsächlich in die AOC gehörte. Die spanischen Rafenokröpfer, im Standard nur mit Schwarz vertreten, wurden in der AOC durch jeweils ein blaues und ein braunfahles Tier ergänzt. Bei den Amsterdamer Kröpfer wurde ein Dunkelgehämmertgeherzter gezeigt, ein Geherzter in rezessiv Rot (mit etwas viel Weiß am Kopf) und eine Geherzte in rezessiv Gelb mit schöner Farbe. Im Gegensatz zu den üblicherweise gezeigten Rot- und Gelbgeherzten – der Rote und die Gelbe mit farbigem Schwanz.

Norwichkröpfer indigo
gehämmert
Marchenerokröpfer aschfahl