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Die AOC auf der VDT vom 22.-23. November 2003 in Köln

 Nach der Übernahme der AOC-Klasse für Tauben in die AAB konnten die Züchter ihre Tauben nun erstmals auch in den Wettbewerb um offizielle Preise schicken, wenn die Bundespreise davon auch ausgenommen waren. Letzteres eigentlich nicht recht einzusehen, da die Zulassungsbedingungen für die AOC-Klasse im Vergleich zu den ursprünglichen Wünschen vieler Züchter doch stark eingeschränkt waren, sollen doch nur die bei anderen Rassen anerkannten Farbenschläge ausgestellt werden. Daß man einem unregelmäßigen Buntschlag vielleicht keinen hohen Bundespreis zuerkennen will, das mag noch auf Verständnis stoßen. Wenn ein rassisch hochwertiges Tier, das auch farblich erstklassig ist, nur deshalb keinen hohen Preis erhalten darf, weil z.B. Blaufahl mehr oder minder zufällig in der eigenen Rasse nicht anerkannt ist, dann wirkt das doch etwas merkwürdig. Eine eigentliche Experimentierklasse, in der auch saubere neue Färbungen und Erbfaktoren gezeigt werden, fehlt weiterhin. Rom wurde aber auch nicht an einem Tag gebaut, und man wird über einige Nachbesserungen sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal nachdenken dürfen.

Die AOC-Klasse war wiederum bei fast allen Rassegruppen vertreten, und das überwiegend mit sehr guten Vertretern der jeweiligen Rasse. Bei der Größe der Schau mit über 20 000 Tieren vielleicht verständlich, konnten in der Kürze der Zeit am Sonntag morgen nicht alle gesichtet werden, zumal ab 13.00 Uhr das Einpacken der Tiere begann und die Klasse mal am Anfang, mal am Ende der regulären Klasse stand. Montauban machten für die AOC-Klasse den Anfang mit Gescheckten in Dun, Muselköpfen in Dun und einer hellen Braunfahlgehämerten als Beste dieser Kollektion.

        

Montauban braunfahlgehämmert                Kingtauben Indigo Dunkelgehämmert 5387

 Bei den Kingtauben stand ein dunkelgehämmerter Indigo mit sg. Danach die AOC gut vertreten bei etlichen Kröpferrassen, so den Marcherenokröpfern, den Jiennense Kröpfern, den Rafeno und den Amsterdamer Kröpfern. Bei den Marcherenokröpfern eine Sammlung von 6 Weibchen, unter ihnen, wie im Vorjahr, helle leicht gesäumte Aschfahle, hier gleich zwei mit hv für Jan Schrötz hoch ausgezeichnet. Eine Schimmeltäubin in braunfahl nicht minder attraktiv und zum Spielen aufgelegt. Daneben noch eine Dunkelgehämmerte und ein Weibchen, das wohl als eine ganz dunkle Andalusier anzusprechen war.

                           

Marchenerokröpfer Braunfahlschimmel                      Rafenokröpfer khakifahl mit Binden

Unter den Jiennense Kröpfern dominierten zahlenmäßig die hell Rotfahlen, bei denen in einigen Fällen die Binden allerdings stark verblasst waren. Dabei waren auch ein heller Rotfahlschimmel und ein Blauschimmel. Die Rafenokröpfer waren neben den allein anerkannten Schwarzen durch Weiß, Blaugehämmert, Blau mit schwarzen Binden, Braunfahl mit Binden, Braunfahlgehämmert, khaki, khakifahl mit Binden und khakifahlgehämmert vertreten. Zweimal sg 95 E machten auch hier die Qualität deutlich. Blaue mit Binden waren zusätzlich in der Sichtung zu sehen, dort standen auch blauschimmel Jiennense Kröpfer. Bei den Amsterdamer Kröpfern diesmal zwei rezessiv Gelbe mit durchgefärbten gelben Schwänzen, beide im sg Bereich, einmal sogar mit 95 Punkten.

                

Amsterdamer Kröpfer rezessiv gelb                Jiennense Kröpfer Blauschimmel

 Bucharische Trommeltauben und Deutsche Schnabelkuppige Trommeltauben waren dem Katalog zufolge ebenso vertreten wie Altdeutsche Mövchen. Bei den Feldfarbentauben standen drei Reduced mit weißen Binden, die farblich und formlich aber unausgeglichener als im Vorjahr wirkten. Bei den Süddeutschen Schildtauben fand man mit sg 94 einen Blau-Bronzegeschuppten als Ergänzung zu den anerkannten und auch gezeigten Blau-rosageschuppten. Rosa, allerdings nur mit rosa Binden, war auch eine Thüringer Schwalbe.

                                  

Süddeutsche Schildtaube blau-bronze gehämmert      Thüringer Schwalbe  blau mit rosa Binden

Von ihren engsten Verwandten, den Blaurosageschuppten, fand sich in der allgemeinen Abteilung eine größere Kollektion. Die Budapester Hochflieger waren schon insofern eine Besonderheit, als sie nur in der AOC vertreten waren. Sie standen dort als Kranzhalsig-Gelbe kurz bestrümpft, und das gleich in einer gleichmäßigen und schön anzuschauenden Kollektion von sechs Tieren. Die bei uns im Standard allein zu findenden Kranzhalsig-Blau fehlten. Bei den Kölner Tümmlern sollen drei Reduced mit Binden bzw. Reduced Gehämmert in den Käfigen gestanden haben, die Vettern der in der allgemeinen Klasse zu findenden Blaugrau-gesäumten, bei denen es sich um Reduced mit Farbausbreitungsfaktor handelt. Bei den Danziger Hochfliegern ein mit hv herausgestellter Schwartiger mit dunklem Schnabel. An den dunklen Schnabel wird man sich bei einer Rasse, in der alle anderen Farbenschläge helle Schnäbel haben, erst gewöhnen müssen. Dass es auch anders geht, das deuteten die ebenfall sehr typhaften Schwarztiger in der allgemeinen Klasse mit etwas angelaufenen, aber relativ hellen Schnäbeln zumindest an.

                      

Budapester Hochflieger Kranzhalsig gelb               Anatolischer Ringschläger dunkel bronzegehämmert

Orientalische Roller, Kasaner und Anatolische Ringsschläger folgten. Bei den Kasanern eine rote mit weißen Schwingen mit hv95 von Hans Dondera, wobei der Farbenschlag allerdings auch in der allgemeinen Klasse hätte stehen können. Bei den Anatolischen Ringschläger jeweils zwei Blaue mit bronze Binden und dunkle Blaubronze-Gehämmerte im einwandfreien Outfit, ein Blauer mit bronze Binden am höchsten mit hv96 ausgezeichnet. Ein Tier mit einem sehr hellen Bronzeton, in Richtung von Rosafarben gehend. Dann noch eine schwarz-braune mit hellem Schnabel, die ohne Tests genetisch schwer einzuordnen war, vermutlich eine Schwarze mit viel Bronzeanflug im Gefieder.

Einige der in den Vorjahren in der Klasse gezeigten Farbenschläge waren jetzt in die Sichtung gegangen oder standen unter den Neuzüchtungen. Die Tiere in der AOC-Klasse waren auch, entgegen der letzten offiziellen Verlautbarungen, ohne Farbenschlagbezeichnung im Katalog zu finden. Wenn in der Klasse ohnehin nur die bei zumindest einer anderen Rasse anerkannten Farbenschläge gezeigt werden sollen, dann wäre es sicherlich für den Betrachter, aber auch für den Aussteller schöner, wenn der Farbenschlag im Katalog genannt wird. Denn dann wird auch nach außen deutlich, was man hat und was man auch erfolgreich vorgestellt hat. Bei der jetzigen Regelung und auch in Anbetracht der bestehenden Diskriminierung, dass man die hohen Bundespreise in der AOC-Klasse nicht erreichen kann, wird der Hang, alle Farbenschläge letztlich doch durch die Sichtung und die Anerkennung laufen zu lassen, nicht abebben. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass man jemals einen Bundespreis bekommt, so ähnelt die jetzige Regelung einer Lotterie, an der man bei Zahlung des vollen Lospreises teilnehmen darf mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass man natürlich vom Hauptgewinn ausgeschlossen sei.