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Bericht über das Treffen der ZG für reducedfarbige Rassetauben Samstag 26. September 2009 in Altenberge bei Münster/Westfalen

Meeting of the Club of fanciers interested in reduced pigeons at 26th of September in Altenberge

Das Treffen der Züchtergemeinschaft für reducedfarbige Rassetauben war wiederum von Zfr. Norbert Dietrich hervorragend organisiert und fand bei bestem Wetter mit einer Präsentation von etwa 50 Tauben im Freien statt.

 Traditionell im Mittelpunkt der Besprechungen standen die bereits anerkannten graugesäumten Thüringer Schildtauben, die sich in der Vorstellung als Neuzüchtung befindlichen Deutschen Modeneser von Norbert Dietrich und die Feldfarbentauben in verschiedenen Varianten. Daneben wurden, wie angekündigt, aber auch andere Tauben mit seltenen Erbfaktoren und bisher nicht einzuordnende Erscheinungen vorgestellt.

 

 Hellgraugesäumte Deutsche Modeneser von Norbert Dietrich

 Die graugesäumten Deutschen Modeneser haben erkennbar einen hohen Zuchtstand erreicht. Das ist nach Norbert Dietrich auch darauf zurückzuführen, dass sie sich sehr gut in der Zucht mit dem Farbenschlag Schwarz vertragen. Sie wurden von daher auch nach der Herauszüchtung wiederholt mit diesen verpaart, um den Modeneser-Typ zu festigen. Ein reinerbiger graugesäumter Täuber bringt mit eine schwarzen Täubin geschlechtsgebunden schon graugesäumte Täubinnen. Die daraus fallenden schwarzen Jungtäuber ergeben mit graugesäumten Partnerinnen dann schon neben Schwarzen zur Hälfte Graugesäumte in beiden Geschlechtern. Nach den Erfahrungen des Erzüchters wird die Färbung heller und die Säumung feiner, wenn Graugesäumte miteinander verpaart werden. Man braucht die etwas dunkleren Tiere aber, damit die Färbung nicht zu hell wird und die Säumung nicht verschwindet. Für Züchter des schwarzen Farbenschlages könnte es reizvoll sein, es einmal auch mit einigen Graugesäumten zu probieren, da sich die beiden Farbenschläge ergänzen.

  

 Deutsche Modeneser und Thüringer Schildtauben hellgrau-gesäumt

 Interessant auch die Parallele zu den graugesäumten Thüringer Schildtauben, bei denen man auch die etwas dunkleren Tiere braucht, damit die Färbung nicht zu blass und die Säumung nicht zu schwach wird. Man sollte aber einem Missverständnis vorbeugen: Graugesäumte auf der Grundlage des Erbfaktors Reduced sind keine gesäumten Pencil, ein Erbfaktor, den z.B. die Strasser besitzen, und Recuced können und müssen daher auch nicht deren Säumung besitzen.

 Eine der größten Zuchtschwierigkeiten der Thüringer Schildtauben liegt nach Fritz Muchow auch nicht in der schon hervorragend vorhandenen Färbung, sondern in den Anforderungen bei Schildtauben an Anzahl der farbigen Schwingen, an farbige Klappenfedern u.a. Erfahrungen zeigen, dass sich graugesäumten Schildtauben tendenziell in der zweiten Ausstellungsperiode noch einmal verändern und im zweiten Jahr markanter in der Säumung erscheinen als es auf den Schauen als Jungtier der Fall war.

 

Feldfarbentaube Reduced Gehämmert und Reduced mit weißen Binden

Die Feldfarbentauben in Reduced mit Binden und Reduced mit einer rötlichen Säumung haben gegenüber dem Vorjahr in der Gleichmäßigkeit gewonnen, da die härter, dunkler gefärbten Tiere ausgesondert wurden. Ihre Existenz ist dennoch gefährdet, weil sich bisher keiner gefunden hat, der sich den Prozeduren einer Standardisierung im Neuzüchtungsverfahren unterwerfen will. Interessenten sollten daher mit dem Züchter Horst Klimpke oder mit Manfred Stolper Verbindung aufnehmen, bevor diese Quelle für das Reduced-Gen verschüttet ist. Braun-Weißbindige Feldfarbentauben von Erwin Meyer sind als Neuzüchtungen im Vorstellungsverfahren. Diese waren selber nicht erschienen, zu sehen war in Altenberge mit einer Braun-Weißbindige Reduced aber ein Ableger davon. Auch weißbindige reducedfarbene Feldfarbentauben wurden gezeigt. Durch die Kreuzungen mit weißbindigen Schwarzen und damit einer Übernahme oder teilweisen Übernahme des Toy-Stencilund-Komplexes sind die Binden heller als es allein durch den Reduced-Faktor im Zusammenspiel mit dem Farbausbreitungsfaktor erreichbar ist.

Andreas Boisits hatte im Vorfeld noch Fotos einer rotgeschuppten reducedfarbenen Thüringer Schildtaube mit einer sehr zarten Färbung mit rötlicher Säumung und jeweils ein aktuelles Foto eines Kupferschwarzflügels und eines Kupferblauflügels mit Reducedfaktor zugeschickt, die für Diskussionsstoff sorgten. Demonstriert wurde durch diese Fotos der starke Aufhellungseffekt auch auf die für Kupfergimpel sonst typische kupferne Körpergrundfarbe.

 

Reduced Gimpeltaube (Andreas Boisits); Brieftauben Anthrazit und Indigo in Mischerbigkeit

Wie angekündigt, wurden auch andere selten Färbungen neben den Reducedvarianten gezeigt, so eine helle Maservariante bei Brieftauben, die optisch ähnlich wie einige Maser bei Memeler Hochfliegern wirkten oder auch den vor einigen Jahren gezeigten Carriern (Bilder auf dieser Homepage unter „Carrier in neuen Kleidern“), der Täuber hatte neben hellen Krallen und einem hellen Schnabel aber auch einen hellblauen Kopf, stellte insofern eine Besonderheit dar. Auf den ersten Blick als eine auch bei Brieftauben nicht untypische rezessiv Rote mit duffer Färbung wirkend, entpuppte sich die Täubin von Rainer Krebs als eine dunkle Braunfahle mit typischer brauner Schwanzbinde, und wenn man sie umdrehte, dann war auch noch der Einfluß eines Schimmelfaktors in der Aufhellung des Bauches erkennbar. Eine Rarität auch die Kombination von Indigo und Anthrazit, beides in Spalterbigkeit, bei zwei weiteren Brieftauben.

   

Brieftaube braunfahl mit dunkler Zeichnung und Brieftauben Rubella-Gehämmert und ein dunkler Spread-Rubella (rechts)

Rubella war vor einigen Jahren durch den typischen Geschlechtsdimorphismus (unterschiedliche Färbung von Täubern und Täubinnen) gekennzeichnet mit hellgrauen Täubern und dunkleren Weibchen bei den Tieren, die den Farbausbreitungsfaktor haben. Hier wurde neben einer gescheckten gehämmerten Rubellatäubin auch einer der inzwischen nicht seltenen sehr dunkel gefärbten Täuber gezeigt. Solch eine Phase des dunkler Werdens haben auch die Bleifarbenen mit dem Farbausbreitungsfaktor erlebt, bei denen die Tiere mit Farbausbreitungsfaktor sich teilweise auf den ersten Blick nicht mehr von Schwarzen unterscheiden, nur beim Öffnen der Schwingen und des Schwanzes die deutlichen Aufhellungen zeigen. Die gehämmerte Variante hat eine Ähnlichkeit mit Modena-Bronze, erinnert aber auch an die im Vorjahr noch gezeigten etwas härter gefärbten reduced-gehämmerten Feldfarbentauben. Im Gegensatz zu diesen bleibt die Schwanzbinde aber erhalten.

 

Pommersche Schaukappen 1,1 Platin (links); Bleifarbengehämmert und Faded-Gimpelbronze (spalterbig)

Erhalten geblieben ist der Geschlechtsdimorphismus bei den platinfarbenen Pommerschen Schaukappen. Bei Platin ist er außergewöhnlich, weil der Faktor anders als Faded, Almond, Frosty und Reduced nicht geschlechtsgebunden vererbt wird.

Gezeigt wurde noch ein spalterbiger Kennfarbiger (Faded), der damit die Weibchenfärbung der Kennfarbigen (z.B. Texaner) zeigt und eine Täubin mit der gelerchten Färbung der ebenfalls kennfarbigen Thüringer Einfarbigen sowie eine Kreuzung (1. Generation) von Faded (Kennfarbigkeit) mit einer goldenen Täubin aus der Goldgimpelzucht. Dieser Täuber ist besonders interessant, weil er schon in der ersten Generation nicht nur eine goldene Brust und einen goldenen Unterbauch zeigt, sondern im gesamten Kopfbereich golden erscheint. Durch seine Mutter ist er spalterbig für den Erbfaktor Pale, väterlicherseits mag das Gen Verdünnung (Dilution) dazu kommen. Die Aufhellung im Deckenbereich geht auf den Faktor Faded zurück.

Für die Beteiligten stellte das Treffen einen interessanten Meinungsaustausch dar. Für die Zukunft ist geplant, das Treffen weiterhin für Interessierte auch anderer seltener Färbungen und Erbfaktoren offen zu halten, geplant ist aber eine Anbindung des Meetings an eine andere Veranstaltung im westdeutschen Raum, um längerfristig mehr Interessierte zu erreichen. Der Dank der Teilnehmer galt neben Norbert Dietrich für die hervorragende Ausrichtung auch Manfred Stolper und Erwin Meyer für die Organisation im Vorfeld.

Meeting of the Club of fanciers interested in reduced pigeons at 26th of September in Altenberge

With grey-laced (Spread Reduced) German Modeneser, Thuringian grey-laced Shield Pigeons and Reduced Field Pigeon three well know breeds were presented. German Modeneser from Norbert Dietrich will be shown the last year in the class for new breeds at the German National Pigeon Show in Dortmund and hopefully become a standard colouration. Shown were some outstanding young birds of this breed. Field pigeons brown reduced were still shown the last year, and this year again a hen war shown. Typical for brown is the false pearl eye, and also this bird had a rather light eye-colour. The diffusion of reduced in Field Pigeons is handicapped by the fact that they may not be shown in the regular class and even in the AOC in the past the fanciers got problems. Since no breeder in the moment is prepared to handle the procedure to get the new colouration standardized this variety might get lost in short time. Thuringian Shields are an excepted standard coloration for some years now and probably will be shown at the great German exhibitions of this year. From Andreas Boisits pictures from reduced Gimpel and a red .laced reduced Shield pigeon were shown. In addition Rainer Krebs presented some rare Homer colorations. Also some platinum Pomeranian Eye Crested Highfliers with their characteristic sex-dimorphism, Rubella Homers, Faded and lead pigeon (a checker lacking the Spread factor and thus similar to a bronze check) and a larked Frosty hen were shown. Striking and a rarity was also the offspring from a faded checker cock and a gold Gimpel hen with the typical Gimpel marking and an entirely gold body inclusive of neck and head. Faded probably was responsible for the lightening of the flights and the tail feathers.