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Dänische Stipper
1,0 Dänischer Braunstipper Meine
Dänischen Braunstipper erhielt ich 1985 auf der Europaschau in Herning (Dänemarkt)
im Tausch gegen dort ausgestellte platinfarbene Pommersche Schaukappen aus der
eigenen Zucht. Die Stipper stammten aus der
Zucht von Kr. Schriver, Aulum, in der Nähe von Herning. Dänische Stipper, die
in Grau, Gelb und Braun anerkannt sind, gehören auch im Heimatland zu den Raritäten.
Das liegt zum Teil an den Anforderungen an die Färbung, aber auch daran, dass
diese Farbenschläge sich nicht rein züchten lassen. Die für die Ausstellung
geeigneten Täuber sind immer mischerbig für den Almondfaktor, der für die
Stippung verantwortlich ist. Die Braun- und Gelbstipper sind noch für weitere
Faktoren mischerbig, was die Anzahl ausstellungsfähiger Nachzucht zusätzlich
herabsetzt. Die Norweger Christie und Wriedt waren die ersten, die diesen Faktor
in der Taubenzucht untersuchten und 1925 darüber publizierten. Da sie Stipper
(dänisch „Stänkede“) analysierten, wurde als Erbsymbol für den
Almondfaktor St gewählt. Es ist der gleiche Faktor, der bei den Englischen
Short Faced die Almondfärbung hervorbringt, bei anderen Rassen die Vielfarbenen
und auch die Schwarz- und Silbersprenkel. Die Dänischen Stipper wurden um 1860 aus Dänischen Tümmlern und almondfarbenen Englischen Short Faced Tümmlern herausgezüchtet und schon von Gustav Prütz, Illustrirtes Mustertaubenbuch, Hamburg 1885, beschrieben. Während sich die Graustipper farblich durch ihre weiße Grundfärbung deutlich von den Almonds, wie man sie bei den Englischen Short Faced kennt, unterscheiden, entsprechen die Gelbstipper in Färbung und Farbverteilung in etwa der typischen Almondfärbung. Für die Braunstipper trifft das nur mit Einschränkungen zu, da sie deutlich dunkler erscheinen und stark bräunliche, mahagonifarbene Almonds bei den Short Faced nicht dem Züchtergeschmack entsprechen. Die Gelbstipper sollen nach dem deutschen Text der Musterbeschreibung eine terrakottagelbe Grundfärbung haben, "an Hals und Brust mit seidenartig-rötlichem Glanz, Schwingen und Schwanz so hell wie möglich, nur mit dunkler Schattierung; Stippung so dunkel wie möglich". Das entspricht in etwa der dänischen Musterbeschreibung. Bei den Braunstipper heißt es: "Grundfarbe (besser wäre Grundfärbung) sehr gleichmäßig tiefdunkelbraun mit starkem Glanz, Stippung schwarz, Schwingen und Schwanz mit dunkler Schattierung." Bei der Beschreibung von Tauben wird ganz oft von "Grundfarbe" gesprochen, die in der genetischen Diskussion eine andere Bedeutung hat. Alle drei Stipperarten haben genetisch den Code für schwarzes Pigment und damit eine schwarze Grundfarbe, die durch modifizierende Faktoren in eine graue, gelbe oder braune Körpergrundfärbung verwandelt wird.
Dänische Gelbstipper 1,0 Die
Gelbstipper sollen nach der Musterbeschreibung damit ähnlich gefärbt sein wie
die Almonds der Englischen Short Faced Tümmler, bei denen sich die folgende
Formulierung in der Musterbeschreibung findet: "Grundfarbe (besser
Grundfärbung) mandelgelb
(nicht mahagonifarbig). In seinem Jugendkleid ist der Almond hellgelb, ohne
dunkle Spritzer. Nach der ersten Mauser zeigen sich an Brust und am Hals
schwarze Spritzer und Flecken, die sich später über den ganzen Körper
verbreiten. Täuber sind in der Zeichnung stets dunkler als Täubinnen.
Ausschlaggebend ist die Färbung des Schwanzes und der 8 bis 10 Schwungfedern 1.
Ordnung. Diese müssen auf gelbem Grund weiße und schwarze abgesetzte Zeichnung
aufweisen ... und frei von Grautönen sein." In der Praxis ist man
allerdings auch bei den Englischen Short Faced schon froh, wenn einige der
Federn in Schwingen und Schwanz diese hier beschriebene deutliche Dreifarbigkeit
(weiß, gelb und schwarz) aufweisen. Die
korrekte Grundfärbung der Gelbstipper Eines
der größten Probleme in der Beurteilung der Almondfärbung ist die Bestimmung
der idealen Grundfärbung. Das war bei den Englischen Almonds schon zu Zeiten
Fultons so, der in seinem Buch von 1876 für das Flügelschild und das Körpergefieder
ein tiefes Gelb in der Farbe der Schale einer ausgereiften Almondnuß
bevorzugte. Bei den Dänischen Gelbstippern gibt es Variationen von einem sehr
hellen Gelb bis zu einem Goldgelb, das mitunter schon etwas ins unerwünschte Bräunliche
umschlägt. Die hellgelben Tiere sind verdünntfarbenen Almonds, d.h. sie
besitzen den Verdünnungsfaktor, der bei anderen Rassen z.B. aus roten Tieren
gelbe macht und aus schwarzen Tieren dunfarbene. In Dänemark scheint man
gelegentlich auf den Schauen das dunklere Gelb zu bevorzugen, was auch der
Forderung nach "terrakottagelb" entspricht, man findet in dem vom Dänischen
Sonderverein herausgegebenen "Standard for Danske Dueracer" aber auch
den Wunsch nach einer hellen gelben (smug lysegul) Farbe. Schwingen
und Schwanz zählen nicht zur Grundfärbung! Wenn
man von der Grundfärbung spricht, dann muß man zunächst einem Mißverständnis
vorbeugen. Gemeint sind damit das körpernahe Gefieder und das Flügelschild,
nicht gemeint sind damit die Schwingen und der Schwanz. Das ist bei allen
Almondvarianten so und geht auch aus der Formulierung bei den Englischen Almonds
deutlich hervor. Die
korrekte Grundfärbung der Braunstipper Die
Braunstipper sollen im Grundgefieder (wozu wiederum Schwingen und Schwanz nicht
zählen!) tiefdunkelbraun sein mit starkem Glanz (im deutschen Standard) bzw.
mit rötlichem, seidenartigen Metallglanz im dänischen Standard. Zu diesem
Zweck wurden und werden gelegentlich Brander eingekreuzt, deren Grundfärbung
tiefsatt kastanienbraun ist. Das macht schon deutlich, warum die Braunstipper
Probleme mit dem Typ haben, denn auch die Brander sind im Typ weit vom Ideal der
Standardfarbenschläge entfernt. Es ist auch nicht einfach, den Braunton und den
in Dänemark geforderten rötlichen Glanz in der Zucht zu halten. Selbst aus
farblich guten Braunstippern zeigt die Nachzucht zu einem beträchtlichen Teil
eine zu rote Grundfärbung und fällt damit auch bei sonstigen Vorzügen für
die Schau aus. Die Dreifarbigkeit der Schwingen- und Schwanzfedern wird im übrigen
in der deutschen Musterbeschreibung der Braun- und Gelbstipper nicht gefordert.
Schwingen und Schwanz sollen lediglich dunkle Schattierungen aufweisen. Die
Färbung der Graustipper Bei den
Graustippern ist die Grundfärbung weißlich grau, an Hals und Brust mit seidenartig-rötlichem
Glanz, am ganzen Körper mit schwarzen Spritzern versehen, die auch in Schwingen
und Schwanz als längliche Zeichnungsflecke vorhanden sein sollen. Der Kopf soll
hellgrau mit dunkelgrauen Backen sein. Die Graustipper unterscheiden sich durch
die Anforderung eines seidenartig-rötlichem Glanzes an Hals und Brust sowie
durch die Forderung nach hellgrauem Kopf von den ähnlich gemusterten
Schwarzsprenkeln anderer Rassen, wie z.B. der Orientalischen Roller. Nachdunkeln
im Alter Vor allem im Hinblick auf die Schwanz- und Schwingenfärbung kommt eine weitere Schwierigkeit der Almondzucht ins Spiel, die auch für die anderen Stipperarten gilt. Die Täuber werden von Mauser zu Mauser schnell dunkler, und ein Täuber, der im ersten und zweiten Jahr noch relativ lichte Schwingen- und Schwanzfedern zeigte, wird oft bereits im zweiten Jahr zu dunkel und im dritten Jahr nur noch schwarze Federn haben und für weitere Ausstellungen nicht geeignet sein. Darauf weisen auch die Dänischen Züchter in ihrer Standardbroschüre hin.
1,0 Dänischer Braunstipper mehrjährig |