Dänische Tümmler

Regeln für die Stipperzucht

 Erfolgsquoten bei den Stippervarianten von 25% bis 50%

 Anders als bei den Englischen Kurzschnäblern waren die Nebenfarben der Braun- und Gelbstipperzucht lange nicht ausstellungsfähig. Das hat sich inzwischen mit der Anerkennung der Komplementärfarben geändert. Wie groß ist die Erfolgsquote, d.h. die Wahrscheinlichkeit dafür, einen Gelb-, Braun- oder Graustipper zu ziehen?

 Kombinationsmöglichkeiten bei den Graustippern 

  1. Wegen der Spalterbigkeit und wird aus einem Paar Graustipper ein Viertel reinerbig Almond sein, und wegen der Geschlechtsgebundenheit des Faktors wird es sich hierbei um Täuber handeln. Ein Viertel der Nachzucht wird aus schwarzen Weibchen bestehen, die verbleibende Hälfte sind Graustipper Täuber und Täubinnen. Da zumindest ein Teil der reinerbigen Almondtäuber mit Defekten behaftet ist, muß unter Tierschutzgesichtspunkten von dieser Paarung abgesehen werden.
  2. Ein Graustipper Täuber mit einer schwarzen Täubin gepaart ergibt zu 50 % Graustipper in beiden Geschlechtern und zu 50% Schwarze.
  3. Eine Graustipper Täubin mit einem schwarzen Täuber gepaart ergibt zu 50% Graustipper Täuber und zu 50% Täubinnen in schwarz.
  4. Sollte man einen zuchtfähigen reinerbigen Almondtäuber erhalten und ihn an eine schwarze Täubin paaren, dann wird man zu 100% Graustipper in beiden Geschlechtern erhalten.

 Das waren schon die Erkenntnisse von Christie und Wriedt.

 

Kombinationsmöglichkeiten bei den Braun- und Gelbstippern

 Bei den Braun- und Gelbstippern sind die Zusammenhänge etwas komplizierter, weil die gut gefärbten Täuber nicht nur spalterbig für Almond sind, darüber hinaus sind die bestgefärbten Stipper noch spalterbig für rezessiv Rot. Letzteres gilt für Täuber und Täubinnen.

 Wenn man einen ausstellungsfähigen Braun- oder Gelbstipper mit einem typischen Kite oder Golddun verpaart, dann werden zwar auch 50% den Almondfaktor besitzen, ein Teil davon wird aber weder ein Braun- noch ein Gelbstipper sein, sondern ein sogenannter DeRoy, der reinerbig für rezessiv Rot ist. DeRoys liegen farblich bei den Braunstippern zwischen rot und gelb, meist mit etwas hellerer Finkenzeichnung in den Schwingen. Braun- bzw. Gelbstipper sind daher von der Nachzucht letztlich nur 3/8 (= 37,5%). Der Rest wird aus den Nebenfarben bestehen. Bei der Verpaarung mit roten oder gelben Agate ist der Anteil mit 25% Braun- bzw. Gelbstipper aufgrund der zahlreicher anfallenden DeRoy sogar noch geringer. Das gilt unabhängig davon, ob man einen Stipper-Täuber oder eine Stipper-Täubin nimmt.

Die im Buch "Zucht und Vererbung" auf den Seiten 80 - 84 vor allem auf die Englischen Short Faced bezogenen Beispiele lassen sich unmittelbar auch auf die Braun- und Gelbstipper übertragen, wobei hier als Beispiel die Braunstipper mit den Nebenfarben Kites und rot Achat sowie unverdünnte DeRoy gewählt sind. Bei den Gelbstippern hat man es stattdessen mit Golddun, gelbAgate und verdünnten DeRoy zu tun, die ein helles Gelb zeigen.  

Dänische Tümmler: 1,0 Braunstipper X 0,1 Kite

Kurz zusammengefasst gelten folgende Regeln: 

bulletBraunstipper Täuber X Kite oder Agate Täubin ergibt um 50 % Braunstipper in beiden Geschlechtern, der Anteil kann durch anfallende DeRoy geringer sein. Die übrigen Jungtiere sind Kites und Agates.
bulletBraunstipper Täubin X Kite oder Achat Täuber ergibt etwa 50 % Braunstipper Täuber. Der Anteil kann geringer sein wenn auch DeRoy Täuber fallen. Die auch anfallenden Kites und Achats sind Täubinnen.
bulletZwei Braunstipper sollten nicht zusammengepaart werden, da daraus neben Braunstippern in beiden Geschlechtern sowie Kites (0,1), Achat (0,1) und DeRoy auch ein Viertel reinerbiger und in der Regel defekter Almondtäuber fallen, die optisch weiß oder fast weiß sind.
bulletDeRoy Täuber mit Kites Täubinnen verpaart ergeben außer den Nebenfarben Braunstipper in beiden Geschlechtern.
bulletDeRoy Täubinnen mit Kites Täubern verpaart ergeben außer den Nebenfarben Braunstipper Täuber
bulletKites, Golddun, rote und gelbe Achat kann man beliebig verpaaren, ohne einen Braunstipper zu erhalten. Vermeintliche Abweichungen sind auf Fremdbefruchtung zurückzuführen.

 Das vermeintliche Erfolgsrezept für Braun- und Gelbstipper

 Die Idee der Verbesserung von Braun- und Gelbstippern durch Schwarze, einfarbig Rote und Gelbe ist nicht neu. Die Verbesserung scheitert in der Praxis daran, daß sowohl bei den Schwarzen als auch bei den meisten einfarbig Roten und Gelben sowie bei den Graustippern ein bestimmter Erbfaktor vorhanden ist, der den für die Braun- und Gelbstipperfärbung notwendigen Bronzeton unterdrückt, und zwar der Ausbreitungsfaktor für Farbe „Spread“. Die Tiere der ersten Paarung erscheinen im Flügelschild schimmlig und nicht braun bzw. gelb. Die aus solchen Kreuzungen fallenden Tiere sind oft vom Typ hervorragend (und wurden und werden auch gelegentlich hoch bewertet), es sind aber eben keine Braun- und Gelbstipper. Eine gelegentliche Einpaarung anderer Färbungen, um den Anschluß an den sich weiter entwickelnden idealen Typ der Dänen nicht zu verlieren, ist für alle seltenen Farbenschläge sinnvoll, also auch für Stipper. Man sollte daran aber keine Erwartung an einen sehr schnellen Erfolg knüpfen, der Anteil unerwünschter Färbungen in der Nachzucht wird in der Folge steigen.