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Kombinationen von Reduced mit anderen Erbfaktoren

 In der Neuauflage des Buches von Lester Paul Gibson „Genetics of Pigeons“, das Ende 2005/Anfang 2006 erschienen ist, finden sich auch einige Fotos von reduced­farbenen Tauben.

 Reduced sahen wir bisher auf den Ausstellungen ausschließlich auf der Grundlage schwar­zen Pigments. Dadurch erhalten wir blaugraue Reduced mit rötlichen Binden und mit rötlicher Hämmerung und, wenn der Farbausbreitungsfaktor hinzukommt, blaugraue Reduced mit weißen Binden (Feldfarbentauben) und Hellgrau-dunkelgesäumte (Kölner Tümmler, Thüringer Schildtauben). Bei den Deutsche Modenesern sind Hellgrau-dunkelgesäumte als Neuzüchtungen schon weit fortgeschritten.

 Innerhalb der Farbenschläge mit schwarzer Grundfarbe, und dazu zählen nicht nur Blaue, Blaugehämmerte, Schwarze, Dunfarbene, sondern auch die meisten Rezessiv Roten und Gelben, typische Eisfarbene, Indigofarbene, Opalfarbene etc., kann man den Erbfaktor Reduced durch den geschlechtsgebundenen rezessiven Erbgang recht leicht übertragen, was bis jetzt aber kaum systematisch gemacht wurde. Die Übertragung auf Farbenschläge mit brauner und dominant roter Grundfarbe ist schwerer, da Re­duced auf dem Farbchromosom liegt und daher mit der jeweiligen Grundfarbe ge­koppelt vererbt wird. Man muss bei den Experimenten daher auf einen Koppelungs­bruch warten, um braune und rotfahle Reduced zu bekommen. Das ist aber wie­derum nicht so schwer, wie es zunächst klingt, da das Farbgen und das Reduced-Gen auf dem Chromosom relativ weit voneinander entfern liegen und ein Koppe­lungsbruch daher häufig auftritt.

 Rotfahle erhalten durch den Faktor Reduced eine leichte Pastellfarbe mit blassrosa oder zart grauen Binden. Im Foto gezeigt wird in dem Buch von Lester Paul Gib­son allerdings eine Rotfahle mit eher kräftig braunroten Binden. Eine aus Schottland vor etlichen Jahren importierte Rotfahlgehämmerte ließ sich per Augenschein nicht von einer normalen Rotfahlgehämmerten unterscheiden. Sie ist im Buch „Taubenfär­bungen“ daher auch nicht enthalten. Wir wären wohl danach gefragt worden, wo denn der eindeutige Unterschied zu sehen ist und den gibt es zumindest auf den ersten Blick nicht. Die Wirkung ist bei der ohnehin großen Variationsbreite der Rotfahlen und Rotfahlgehämmerten in Abhängigkeit von modifizierenden Faktoren wie Smoky, Dirty, Eisfarben und einer Reihe weiterer bisher nicht identifizierter Faktoren eher unscheinbar. Das zeigten auch Fotos, die Andreas Leiß bei Kreuzungstauben vor Jahren gemacht hatte. Braune Reduced zeigen eine aufgehellte Färbung, die teil­weise in Richtung Khaki geht, auch hier ist die Wirkung nicht so markant wie bei ei­ner schwarzen Grundfärbung. Der in dem Buch von Gibson jetzt abgebildete einfarbig braune Roller zeigt durchgehend eine zarte Cremefarbe, wie sie auch einige einfarbige ver­dünnte Aschfahle und einige einfarbige Khaki (im Buch „Taubenfärbungen“ der abge­bildete Modena)  besitzen. Der weiße Kopf hebt sich wenig vom übrigen Gefieder ab.

 Wenn man dieses braune reducedfarbene Tier sieht, dann scheint es möglich, dass man durch den Erbfaktor Reduced nicht nur die Hellblauen der Feldfarbentauben und anderer Rassen nachbilden kann, sondern auch der Färbung der Isabellen der Feldfarbentauben, Brünner Kröpfer und anderer Rassen auf einer ganz anderen ge­netischen Basis nahe kommen kann.

 Auch einige andere Reduced-Varianten werden von Gibson gezeigt. Das Gimpeltau­ben-Bronze der Gimpeltauben und einiger Katalanischer Hochflieger wird durch Re­duced kaum verändert. Das Flügelschild und die Binden werden dagegen, ähnlich wie bei den Reduced Feldfarbentauben, aufgehellt (1. Foto).

 

 Die Kombination von Reduced und Dominant Opal hellt die rötlichen Binden und die rötliche Hämmerung der Reduced auf, so dass eine Zwischenstufe zu den Hellblau­weißgeschuppten entsteht und die Attraktivität beider Ausgangsfarbenschläge eher verloren zu gehen scheint. Bei Gimpeltauben, die sowohl Reduced besitzen als auch Dominant Opal, wird der Kupferton in einen  gelb-goldenen Ton mit Tendenz zu ei­nem helles Silber verändert (2. und 3. Foto).

  

 Quelle der Fotos: Lester Paul Gibson, Genetics of Pigeons, 2005