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Lipsia 05 Allen Befürchtungen zum Trotze fand die 110. Lipsia und die angeschlossene 54. VDT in Leipzig vom 2.-4. Dezember statt. Ausgestellt waren allein bei den Tauben etwa 28.000 Einzeltiere, dazu noch Volieren. Zum Teil große Kollektionen, beginnend mit 166 Römern. 246 Texaner, 212 Cauchois, 537 Strasser, 225 Mährische Strasser, 539 Luchstauben, 462 Coburger Lerchen, 264 Lahore, 214 Spaniertauben, 548 Show Racer, 803 Deutsche Schautauben, 1132 Kingtauben, 808 Modena, 1597 Deutsche Modeneser, 271 Elsterkröpfer, 401 Steigerkröpfer, 770 Schlesische Kröpfer, 865 Brünner Kröpfer. Unter den 4590 Farbentauben alleine 336 Thüringer Flügeltauben, 188 Thüringer Schnippen und 321 Eistauben. 598 Altenburger Trommeltauben, 397 Pfautauben, 324 Lockentauben, 258 Altdeutsche Mövchen, 298 Italienische Mövchen, 375 Deutsche Langschnäblige Tümmler, 245 Danziger Hochflieger, 389 Kölner Tümmler, 373 Wiener Tümmler, Weißschilder, Kurze und Gansel, 518 Orientalische Roller, 164 Komorner Tümmler und 174 Felegyhazer Tümmler hatten auch große Auftritte. 89 Sisaker Roller, eine große Anzahl für eine noch nicht so lange bei uns anerkannte Rasse, 142 Deutsche Nönnchen und 311 Rheinische Ringschläger waren auch zahlreich erschienen. Unter genetischen Gesichtpunkten erfreulich war, dass, zumindest in Einzelexemplaren, auch die Nebenfarben der Almond- und Vielfarbenzucht bei einigen Rassen erschienen waren. Bei den Englischen Short Faced besonders herausgehoben und unter den Anwärtern auf das Championat eine goldun Englische Short Faced Täubin der Familie Jungnickel, die deutlich machte, dass es sich eben nicht nur um Nebenfarben handelt, sondern dass die Färbungen selbst einen Wert und besonderen Reiz haben. Bei den Englischen Short Faced fanden sich auch die anderen drei Komplementärfarben Kite und Rot Agate und Gelb Agate, bei den Portugiesischen Tümmlern Kite und Rot Agate. Bei den Deutschen Modenesern und den Pfautauben wurde ein Kite bzw. wurden zwei Kite gezeigt, bei den Debreciner Rollern waren es zwei, bei anderen Rassen mit starken Gruppen von Vielfarbenen, z.B. den Orientalischen Rollern, leider noch Fehlanzeige. Das gilt auch für die Ägyptischen Segler, bei denen auch wieder einmal ein Paar Vielfarbene gezeigt wurden, der Jungtäuber mit der für viele Rassen typischen noch sehr schwachen schwarzen Sprenkelung bei den Almonds bzw. Vielfarbenen.
Deutscher Modeneser 0,1 Kite (17895) Pfautaube 1,0 Kite (28573)
Von besonderem Interesse aus genetischer Sicht ist die AOC-Klasse, die auch wieder etliche Überraschungen zu bieten hatte. Den Anfang machte in der AOC-Klasse eine als braunfahlgehämmert ausgestellte junge blaufahlgehämmerte Täubin bei den Römern. Wie schon auf der Schau im Vorjahr in Sinsheim dürfte es sich um ein Blaufahlgehämmerte handeln, es fehlte der Braunton. Farblich entsprach sie völlig den in Sinsheim gezeigten Tieren (vgl. auch den Bericht auf dieser Homepage mit Bild). Bei den Montauban dungescheckt mit sg 94 SZ handelte es sich um eine dungetigerte mit schwach ausgeprägter Tigerung. Auch bei den Rot- und Gelbgescheckten fehlte zum Teil die typische Scheckung, teilweise handelte es sich um Musel- und Rieselköpfe. Käfig Nr. 7802 mit sg 95 E war im Schild rotgemasert und nicht gescheckt.
Montauban, als rotgescheckt gemeldet (7802) Ein Merkmal von Schecken ist, dass sie abwechselnd völlig farbige und völlig weiße Federn und allenfalls gelegentlich zweifarbige Federn zeigen, auf keinen Fall überwiegend oder völlig mehlierte Federn. Bei den Fleckenschecken wechseln sich größere farbige und weiße Federpartien ab, z.B. bei den Deutschen Schautauben, bei den mit den Tigern verwandten Schecken sind es meist weiße Federn auf farbigem Grund, wobei im Unterschied zu den Tigern auch weiße Federn in den Handschwingen und im Schwanz gewünscht werden. Bei den Texanern wurden kennfarbige schwarze Weibchen (matt schwarz) und die dazu gehörende Täuber unter der Bezeichnung dunkel bzw. kennfarbig dunkel gleich in zwei Klassen gezeigt. Die Täuber der Schwarzzucht, und das gilt auch für die Blauzucht, unterscheiden sich nicht stark von den anderen Texaner Täubern. Sie sind stärker bläulich gesprenkelt und im Schnabel oft dunkel angelaufen und gelegentlich auch fleckig. Die beiden Täuber der allgemeinen Klasse in 7959 und 7960, denen der fleckige Schnabel angekreidet wurde, hätten von daher in die Klasse gepasst. Texaner kennfarbig 1,0 für die Schwarzzucht (8102)Texaner kennfarbig 0,1 schwarz (8104) Bei den rot-gescheckten Mondain in der allgemeinen Klasse handelte es sich um das dominante Rot. Auch die Briver Schwarzköpfe waren, wie schon in Sinsheim (siehe dortigen Bericht und Foto), in der AOC-Klasse durch Blaugemasert ergänzt. Das Problem dieses Farbenschlages liegt wohl weniger in der Qualität und Attraktivität als in der mangelnder Akzeptanz durch das Mutterland Frankreich, das für eine Standardisierung zuständig ist. Vom Rassetyp entsprechen sie vollständig den Schwarzköpfen, schließlich sind sie auch aus diesen ohne Fremdeinkreuzung gefallen. Auch der bei den heller gesäumten Tieren gelegentlich im Halsbereich durchschimmernde Kupferton hat nichts mit einer Fremdeinpaarung zu tun, bei den Schwarzen wird er lediglich durch den Farbausbreitungsfaktor als Unterschied zu den Blauen unterdrückt. Solche Blaugesäumten werden sicherlich auch in französischen Zuchten gelegentlich anfallen, so dass sie eigentlich nicht als Fremdkörper der Rasse aufgefaßt werden können. Bei den Show Racern in 12589 in der AOC-Klasse ein dominant rot getigerter Täuber, der nicht wegen der Farbe, sondern wegen des spitzen Gesichts auf g 92 gesetzt wurde. Bei den Französischen Bagdetten standen in der allgemeinen Klasse einige Tiere, die in die AOC-Klasse gehört hätten. Der „rotfahle“ Täuber in 1370 war ein dunkler Spread Ash, die 0,1 in 13878 braunfahl und nicht rotfahl, der junge Rotgescheckte in 13979 war ein Rotfahlgescheckter und in 13980 fand sich auch kein rot-geschecktes Tier, sondern eine Braunfahle. Französische Bagdette braunfahl (13978) Florentiner Dominant Opal rotfahlgehämmert (14247)
Auch bei den Florentinern in den Käfigen 14246 (hv 96E) und Käfig 14247 (sg 94) als hellblau-rosageschuppt bezeichnet zwei ausgesprochene Raritäten und auch schön anzuschauen. Die Einordnung als hellblau-rosageschuppt ging auch schon in die richtige Richtung, denn um Dominant Opalfarbenen handelte es sich offensichtlich. Die Grundfärbung dürfte aber zumindest bei dem einen Tier rotfahlgehämmert sein, also Dominant Opal Rotfahlgehämmert. Nach den Anerkennungen im vergangenen Jahr war kaum zu erwarten, dass bei den Kingtauben wieder Tiere in der AOC-Klasse stehen würden. Aber weit gefehlt. Gezeigt wurden Dunkel mit sg 93, zwei Blausprenkel, einer mit sg 95 E, 2 Blaugestorchte, einer davon mit sg 93, der andere g 92, und schließlich ein „Schwarzsprenkel“. Diesen sollte man aufgrund der silbergrauen Grundfärbung aber als Silbersprenkel einordnen, wenn man sich am Sprachgebrauch bei den Orientalischen Rollern orientiert. Schwarzsprenkel haben zerrissene Sprenkel auf weißem Grund, Silbersprenkel haben schwarze Sprenkel auf silbergrauem Grund. Sprachlich ist das etwas verwirrend, aber eben Tradition.
Kingtaube Silbersprenkel (15490) Deutscher Modeneser Gazzi kkahikfahl m.B. (16296)
Bei den Deutschen Modenesern fanden sich typische Khakifahle mit Binden und Khakifahlgehämmerte bei den Gazzi, ein gehämmertes Tier darunter mit sg 95 E im hohen Notenbereich. Bei den Deutschen Modeneser Magnani, nach den Vielfarbenen und einem Silbersprenkel passend eingeordnet, eine typisch gefärbte Kite-Täubin mit sg 93 (s.o.). Bei den Pommernkröpfer neben einer schönen dungetigerten Täubin (sg 94 Z) noch ein Rotschimmel. Genetisch war er damit zutreffend bezeichnet, genauer dürfte es sich um einen Aschfahlen mit Schimmelfaktor und damit um eine besondere Rarität handeln.
Pommerscher Kröpfer dungetigert (18104) Pommerscher Kröpfer rotschimmel (18105) Bei den Sächsischen Kröpfern eine einzelne Täubin in rotfahldunkelgehämmert (dominant rot) mit sg 94 Z, sehr schön und sehr typisch, aber auch sehr allein, denn Rotfahle und Rotfahlgehämmerte als Anschlussfarbenschläge waren nicht zu sehen. Dafür aber viele andere attraktive Farbenschläge wie Isabell, Silber, Mehllicht und Weißbindig in verschiedenen Varianten. Den als Braun ausgestellten Steigerkröpfern fehlte die braune Grundfarbe. Es dürfte sich um Schwarze mit dem Faktor Pale handeln. Pale ist ein Verdünnungsfaktor, der eine schwächere Aufhellung als der Verdünnungsfaktor „Dilution“ bewirkt. Auch die „gelben“ Steigerkröpfer besitzen diesen Faktor und erscheinen damit „Gold“ statt Gelb. Durch Kreuzungen mit den „Goldenen“ dürfte der Faktor auch in die Schwarzen übertragen worden sein. Der Unterschied zwischen rot, gelb und gold wird durch den Vergleich der Färbung bei unterschiedlichen Rassen, hier rote und gelbe Stargarder Zitterhälse, deutlich. Steigerkröpfer schwarz plus pale (19944) Steigerkröpfer gold (19825) Stargarder Zitterhals rot (31404)
Stargarder Zitterhals gelb (31418)
Vor Jahren stand schon einmal ein solches Tier in der AOC-Klasse. Die Marchenero Kröpfer warten traditionell in der AOC-Klasse mit Raritäten auf. So die schon häufiger gezeigten Aschfahlen (einer davon mit hv 96 E), schwarze und braune Muselköpfe, Braunfahlschimmel, Braunfahlgehämmert und Braunfahlgehämmert-schimmel, Khaki-gescheckt und zwei Silbersprenkel, einer davon mit V 97 EB. Für Silbersprenkel waren sie vielleicht etwas zu dunkel in der Grundfärbung, aber Varianten der großen Almondfamilie, zu der auch Qualmond und andere gehören, waren es. Marchenerokröpfer silbersprenkel Amsterdamer Kröpfer rotgeherzt (21787) mit farbigem Schwanz (22030) Die Jiennensekröpfer waren nur in der AOC-Klasse vertreten. Den Anfang machte ein schön gefärbter gehämmerter Schimmel (als Blaugehämmert ausgestellt), dann folgte eine Blaugehämmerte und danach mit sg 95 E ein „Roter“, der aber fast völlig weiß mit rötlichen Binden erschien, der Einschätzung nach eher ein reinerbiger kennfarbiger Täuber. Nach einigen Jahren zeigten die Amsterdamer Kröpfer rotgeherzt mit farbigem Schwanz und gelbgeherzt mit farbigem Schwanz jeweils in einem Einzelexemplar und den Bewertungen sg 93 und sg 95 Z, dass sie noch in guter Qualität vorhanden sind. Sicherlich eine große züchterische Leistung, die bei den gezeigten Tieren intensive Färbung des Gefieders einschließlich Schwanz zu erreichen. Die Brünner Kröpfer hatten ihr Spitzentier in der AOC-Klasse mit einer dunfarbigen Täubin mit hv 96 E, attraktiv aber auch der Blaugehämmert-Geherzte, die Blau-Gescheckten, Dunkelgeherzten und Gehämmerten. In 22895, nicht mit Farbenschlagbezeichnung gemeldet, ein Roter mit weißen Schwingen. 05076 Brünner Kröpfer dun (22894) Brünner Kröpfer rot mit weißen Schwingen (22895) Bei den Süddeutschen Schildtauben fand sich im Anschluß an die blau-rosa Geschuppten eine blau-bronze Gehämmerte mit sg 94 Z aus derselben Zucht. Zwei Luzerner Schild rot-gesäumt mit einer ähnlichen Färbung wie die rotgesäumten Altdeutschen Mövchen leiteten zu blaugescheckten Bucharischen Trommeltauben über. Bei den Pfautauben eine typisch gefärbte dun-getigerte Alttäubin. Dem neben der in der allgemeinen Klasse stehenden indigo-dunkelgehämmerten 0,1 mit sg 94 Z Täuber wurde ein Versagen in der Farbe vorgeworfen, wofür er aber nichts konnte. Denn er besaß den Indigo-Faktor nicht und hätte mit seiner dunkelgehämmerten Färbung und etwas Bronzeanflug allenfalls die Gruppe der Kites verstärken sollen.
Luzerner Schild rotgesäumt (26798) Deutsche Schildmövchen mit Spitzkappe dunkelgehämmert (30118)
Bei den Deutschen Schildmövchen mit Spitzkappe insgesamt nur 6 Tiere, davon zwei in der AOC, und dabei auch das Spitzentier mit hv 96 ELK. Die Bezeichnung „dungehämmerrt“ ist allerdings nicht passend, es handelte sich um dunkelgehämmert mit bronze Anflug im Flügelschild. Einordnungsprobleme gab es auch bei dem „dunfarbenen“ Bärtchen bei den Deutschen Langschnäbligen Tümmlern, die wie eine Braune wirkte. Dun und Braun sind bekanntlich im Altgefieder schwer zu unterscheiden. Bei den schwarzgescheckten Danziger Hochfliegern hätten einige auch in die AOC gehört, einige waren fast weiß mit etwas stärkeren Spritzern im Halsbereich, ein Farbenschlag, den man bei den Danzigern als „Schimmel“ ausstellt. Die Sisaker Roller wurden in der AOC durch zwei schwarz-gescheckte Tiere vertreten. Anders als im Vorjahr wurde ein rotfahler Broder Purzler korrekt als rotfahl und nicht als braunfahl gemeldet und erreicht auch gleich sg 95 E. Die als braunfahlgehämmert gemeldete 0,1 mit sg 94 Z war aber auch wiederum keine Braunfahle. Braunfahle und Braunfahlgehämmerte haben eine braune Schwanzbinde, bei den Gehämmerten zeigt sich eine Hämmerung im Schild. Hier war von beidem nichts zu sehen. Genetisch dürfte es sich um eine dunkle (mahagonifarbene) Aschfahle gehandelt haben. Selbst da, wo man es gar nicht vermuten sollte, finden sich Tiere in der AOC-Klasse. Hier bei den Rschewer Sternschwanztümmlern eine Kite 0,1 in 34443. Broder Purzler dunkel Spread Ash (34230) „Rshewer Sternschwanztümmler kite“ – Kalugaer Tümmler? (34443) Für einen perfekten Sternschwanztümmler fehlte nur der Sternschwanz, denn dieser zeigt sich nur bei den Roten und Gelben. Von der Rasse her handelte es sich bei dieser interessanten Variante damit eher um einen Kalugaer Tümmler, der sich vom Sternschwanz nur durch die fehlende Sternschwanzzeichnung unterscheiden soll. Auch bei den Kiewer Tümmlern ein Tier in Blaufahl in der AOC und mit sg 93 als rassetypisch eingestuft. Bei den Rheinischen Ringschlägern wurden mit rotschimmel, rotfahl-gemasert, gelbfahl gemasert und blaufahl mit dunklen Binden auch jeweils Einzeltiere gemeldet. Wie schon im Vorjahr auf der Schau in Sinsheim bei den Anatolischen Ringschlägern mit den Blauen mit bronze Binden attraktive Varianten, die aber bereits am zweiten Ausstellungstag teilweise umgetauscht schienen, denn in den Käfigen standen auch einige der seltenen, aber anerkannten Braun-Bronze. Besonderheiten in der Allgemeinen Klasse, soweit sie in der Kürze der für eine Sichtung verfügbaren Zeit wahrgenommen werden konnten, wurden zum Teil bereits angesprochen. Deutsche Schautaube dunkel-gesäumt (13024)
Bei den Deutschen Schautauben wurde diesmal bei den Dunkel-gesäumten, die sich meist kaum von den Dunkel-gehämmerten bei anderen Rassen unterscheiden, streng auf die Zeichnung geachtet. Bei den Gesäumten soll sich um die Federn im Schild ein feiner heller Saum ziehen. Bei den Dunkelgehämmerten ist das Schild eher unregelmäßig durch die nicht vom Hämmerungsfleck erfassten helleren Teile der Deckfedern aufgehellt. Die Übergänge sind fließend. Bei anderen Rassen hat man auch nicht diese feine Unterscheidung der Farbenschläge. Dunkelgehämmert reicht bei den meisten Rassen von Dunkelgehämmert über Dunkelgesäumt bis hin zum Dunkel der Deutschen Schautaube. Viel Freunde für die gehämmerten Farbenschläge mit Ausnahme der Dunklen hat man mit diesen Differenzierungen aber offenbar nicht gewinnen können: Neben den drei Dunkelgehämmerten unter den vier als gesäumt Gemeldeten stand nur noch ein blaugehämmertes Tier im Käfig, weitere Dunkelgehämmerte fehlten ganz. Die attraktiven Fleckenschecken werden traditionell ohne besondere Bezeichnung der Färbung gemeldet, bei den zum Schluß als blau-gescheckt gemeldeten vier Tieren handelte es sich um keinen anderen Farbenschlag, sondern ebenfalls um Fleckenschecken.
Ostpreußischer Werfer 1,0 rotfahl m.B. Ostpreußischer Werfer 1,0 rotfahl m.B. ohne Smoky (31509) mit Smoky (31508)
Bei den Ostpreußischen Werfern konnte man direkt nebeneinander den Einfluß des Smoky-Faktors auf die Färbung rotfahler Tiere studieren. In 31509 ein mit hv 96 E bewerteter Täuber ohne Smoky-Faktor mit einer hellen Färbung. Den in der Rasse geforderten hellen Schnabel haben reinerbig rotfahle Täuber auch ohne Smoky-Faktor. Daneben mit 90 Punkten ein rotfahler Täuber mit Smoky und einer wesentlich dunkleren Färbung. Für Paarungen mit Blau und Blaugehämmert ist nur der zweite Täuber geeignet, da die genannten Farbenschläge den Smoky-Faktor brauchen, um einen hellen Schnabel zu erhalten. Daraus wird das Dilemma der Züchter deutlich: Soll man auf die helle Färbung achten oder auf die Anschlussfähigkeit für Verpaarungen mit anderen Farbenschlägen. Bei weit verbreiteten Rassen mag das kein Problem sein, für seltene Rassen, bei denen man häufiger Einpaarungen von anderen Farbenschlägen vornehmen muß, kann das ein Problem werden. Beeindruckend in vielen Rassen die große Anzahl von Tieren mit dem Faktor „Pencilled“, so bei den schwarzgesäumten Strassern und Mährischen Strassern, bei denen man auch noch die seltenen gelb- und rotgesäumten bewundern konnte. Bei den Spaniertauben wurden allein 66 weißbindige und gemaserte Tiere in den verschiedenen Farben gezeigt, u.a. die seltenen Blauweißbindigen, und das mit fast reinem Schnabel, darunter auch die seltenen Gelbgemaserten. Eine Rarität gab es auch bei den Norwichkröpfern mit einem Erdbeerfahrbenen, neudeutsch im Standard „Strawberry“, eine im Schild etwas dunklere und gesäumte Variante der Aschfahlen. Bei den Pfautauben wurde die bereits erwähnte sehr typische indigo-dunkelgehämmerte Täubin gezeigt, hier mit fast völlig durchgefärbtem Schild und damit besonders glanzreich, worauf es aber nicht unbedingt ankommt.
Spaniertaube gelbgemasert (11388) Pfautaube indigo-dunkelgehämmert (28571) An Neuzüchtungen wurden über 200 Tiere vorgestellt, die in einem folgenden Bericht vorgestellt werden. |