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Neuzüchtungen und Neuvorstellungen auf der Lipsia 2005 Den Anfang bei den Neuzüchtungen machten Mittelhäuser blau- und schwarzgescheckt in Sichtung. Sie wurden bereits vor einigen Jahren gezeigt. Die verlangte Fleckenscheckung war von der Verteilung der farbigen Flecken her nicht immer gelungen, es gab auch Unterschieden in Form und Größe. Mittelhäuser schwarzgescheckt Mondain rotfahl-schimmel Die 8 Mondain rotfahl-schimmel in der Vorstellung mit einer Ausnahme im g und sg Bereich. Bei einigen waren die Schnäbel fleckig, was auch moniert wurde. Wenn der Schnabel im Vergleich zur übrigen Erscheinung auch klein sein mag, so bietet er bei vielen Rassen eine Angriffsfläche für Kritik und Anlass zu Diskussionen. Daher einige generelle Anmerkungen. Schaut man in den Standard, dann werden die Schnäbel bei den Rotfahlen hornfarbig verlangt, was in diesem eng mit den Rot-Schimmeln verwandten Farbenschlag einen Spielraum in der Auslegung lässt. Das ist auch bei vielen anderen Rassen so. Bei anderen nicht ausdrücklich genannten Farbenschlägen der Mondain soll er dunkel bis schwarz sein. Sinnvoll ist es, Rotschimmel den Regeln der Rotfahlen zu unterwerfen, also keine schwarzen Schnäbel zu verlangen. Die Schnabelfarbe bei den Rotfahlen wird bei vielen Rassen deshalb kontrovers diskutiert, weil sich bei den Rassen ohne den Smoky-Faktor die Schnabelfärbung von Täubern und Täubinnen in der Regel unterscheidet. Für das Rotfahl reinerbige Täuber haben heller hornfarbige Schnäbel, die Weibchen in der Regel dunklere. Dunkler sind auch die Schnäbel der spalterbigen Täuber. Wenn man auch spalterbige Täuber ausstellt, was bei fast allen Rassen regelmäßig der Fall ist, dann werden in den Käfigen automatisch Täuber mit einer unterschiedlichen Schnabelfärbung stehen: heller hornfarbig bei den reinerbigen Täubern, dunkel bis schwarz bei den spalterbigen Täubern. Das gelegentliche Auftreten gefleckter Schnäbel ist dann nicht überraschend, wenn es dafür auch noch andere Gründe geben dürfte. Die kennfarbigen schwarzen und rezessiv roten Texaner alle im sg und g-Bereich und diesmal in einer für die Vorstellung ausreichenden Zahl. Die Täuber bei den Rezessiv Roten waren einmal als „gelb“ gemeldet und dann als „kennfarbig gelb“. Vielleicht sollte man beide Geschlechter „Kennfarbig Rezessiv Rot“ nennen. Man wird sich dann daran gewöhnen, dass die Täuber ein helles Lachsgelb und die Täubinnen ein duffes Rot zeigen. Texaner 1,0 kennfarbig Rezessiv Rot (36700) kennfarbig Rezessiv Rot (36695) Die kennfarbigen schwarzen Weibchen entsprachen denen in der AOC-Klasse und sollten zur Klarstellung vielleicht auch besser „kennfarbig schwarz“ genannt werden. Bei den als „dunkel“ ausgestellten Täubern handelte es sich um die dazugehörenden Täuber: Fast weiß mit einigen bläulichen oder schwarzen Sprenkeln, überwiegend im Halsbereich (siehe auch Fotos im Bericht über die VDT-Schau 2004 in Sinsheim). Wie bei den in der AOC-Klasse gezeigten Täubern hatten einige angelaufene, dunkle oder auch fleckige Schnäbel, was für die Täuber der Schwarzzucht und auch für die nicht sicher davon zu unterscheidenden Täuber der Blauzucht (für die Zucht kennfarbiger blauer und blaugehämmerter Weibchen) als normal anzusehen ist. Das ist auch der Grund für die Einrichtung einer gesonderten Täuberklasse. Giertauben gemöncht in blaufahl mit Binden standen noch in der Sichtung und sind wohl auch in Frankreich etwas kleiner als die Einfarbigen. Gleich sechs sg-Noten bei den Abu Abse, Syrischen Wammentauben, die im Vorjahr in Sinsheim zur Sichtung standen (siehe den dortigen Bericht mit Foto). Lauenburger Kenntauben wurden nach längerer Zeit wieder einmal zur Sichtung gestellt. Sie sind kennfarbig, d.h. fast weiße Täuber und aufgehellte rotfahle Weibchen mit einer Schaufelhaube, von der Form und auch dem Haubenansatz ähneln sie den Sottobanca, einer aus Norditalien stammenden Nutzrasse, wenn sie von der Körpergröße auch etwas kleiner wirkten als die auf der Nationalen in Dortmund eine Woche später gezeigten blauen „Französischen Sottobanca“. Der direkte Vergleich war leider nicht möglich. Zur Sichtung standen auch Soultzer Hauben in rotfahl-gehämmert, Nürnberger Schwalben gelbfahl-gehämmert und Thüringer Mondtauben in gelb ohne Binden. Letztere zeigen auf rahmweißem Grund nur noch den gelben Mond. Soultzer Hauben rotfahlgehämmert (76722) Nürnberger Schwalben gelbfahl-gehämmert (36730) Glanztauben in schwarz mit und ohne Haube waren schon im Vorjahr in Sinsheim zu sehen und verkörperten diesmal einen schwereren, nicht mehr so eleganten Typ. Zur Sichtung standen auch schwarze und schwarzgetigerte (sollten als Tiger eigentlich keine weißen Schwanzfedern haben) Englische Trommeltauben, kompakte Tauben mit sehr viel mehr Federfülle als bei den nachfolgenden vergleichsweise elegant wirkenden Deutschen schnabelkuppigen Trommeltauben blaufahl-schimmel und blau-schimmel. Auch diese konnte man schon vor einigen Jahren in der AOC-Klasse mit guten Noten bewundern, und sie kamen auch hier zur Hälfte auf sg. Glanztauben spitzkappig (36742) Englische Trommeltaube schwarzgetigert (36748) Schildige Lockentauben waren in größerer Zahl erschienen, mit und ohne Haube in den Farben rot- und gelbfahl sowie blaufahl mit dunklen Binden. Bei den Blaufahlen mit Binden auch einige mit sehr gut bewertet, dafür aber auch etliche untere Noten. Die schildigen Gelbfahlen mit Binden dagegen alle im sg und g-Bereich eingestuft. Lockentaube gelb-schildig mit Haube Burmali-Mövchen blau (36789) Burmali-Mövchen wurden auch bereits auf früheren Schauen gezeigt und bestechen durch ihre attraktive Scheckung. Diese bewirkt allerdings auch Probleme mit unterschiedlichen und gebrochener Augenfarbe. Mit ihrer Schnabellänge und Substanz sind sie sicherlich problemlos in der Lage, ihre Jungen selbst aufzuziehen. Das trifft auf die extrem kurzschnäbligen schildigen Polnischen Mövchen in blau, blaufahl, rot und gelb nicht zu. Herausgezüchtet sind sie ursprünglich aus Anatolischen und Deutschen Mövchen, am besten bewertet wurden die Gelbschildigen, die auch mit acht vorgestellten Tieren von 16 das Hauptkontingent stellten. Polnischen Ursprungs und ebenfalls kurz im Schnabel waren die Warschauer Schmetterlinge und die schwarzen Kalotten Bialostocka in der Sichtung. Die Warschauer waren belatscht und schwarzgetigert. Sie ähnelten äußerlich den Hamburger Schimmeln, sie sind aber zierlicher und wesentlich kürzer im Schnabel, dafür länger in der Fußbefiederung. Die Kalotten nicht ganz so kurz und auch nicht alle schwarz wie angekündigt, sondern blau mit schimmeligen Aufhellungen im Schwanzbereich, was man allerdings auch bei etlichen geelsterten Rassen in der allgemeinen Klasse sehen konnte. Warschauer Schmetterling (36841) schwarz Kalotten Bialostacka blau (36848) Die Deutschen Nönnchen kupfer vermittelten mit ihrer Vitalität und dem Farbkontrast wiederum ein attraktives Bild und gelangten auch einige Male in den SG-Bereich. Bayerische Hochflugtauben wurden gleich in vier Varianten gemeldet, vielleicht standen in den Käfigen auch fünf, denn unter den dunkelgehämmerten befanden sich auch zwei mit einem so stark durchgefärbtem Schild, dass man nicht mehr zwischen gehämmert und schwarz unterscheiden konnte. Sie hatten verständlicherweise, wie auch die Roten, Gelben und Rot-gescheckten, nicht den Lack, den Schildtauben bei den Farbentauben aufweisen. An den Käfigen konnte man etwas über das Zuchtziel lesen. Beim Gesamteindruck: „Mittelgroße, weichbefiederte Hochflugtaube, bestrümpft mit freiem Stand und glattköpfig“. Nur Schildige mit dunklem Auge sind erwünscht. Über das Flugverhalten und die Ausgangsrassen finden sich keine Aussagen. Ähnlichkeit besteht in der Form mit Nikolajewer Schildtümmlern, die allerdings glattfüßig sind, Ähnlichkeit besteht auch mit dem Tier auf einem Foto eines blaubindigen Russischen Schildtümmlers, das im Handbuch der Taubenrassen von Joachim Schütte abgebildet ist. Felegyhazer Tümmler silber-geganselt wiesen eine attraktive saubere Färbung auf, die sich viele Züchter einfarbiger silberner Tauben nur wünschen können. Scheckfaktoren helfen ganz offensichtlich, eine helle Färbung zu erreichen. Bayerische Hochflugtaube dominant rot (36818) Beneschauer weiß (36837) Beneschauer, die in der allgemeinen Klasse in einfarbig Blau ohne Binden und in Gelb gezeigt wurden, wurden zusätzlich in Weiß zur Sichtung gestellt. Schlichte harmonische Tauben, glattfüßig und glattköpfig. Auch wenn die schwarzen und roten Nordkaukasischen Farbenschwänze aus denselben Zuchten stammte, so unterschieden sich Schwarze und Rote doch deutlich voneinander. Die Schwarzen hatten sehr viel Federfülle und sehr gut ausgeprägte Augenschirme, die mit denen der Pommerschen Schaukappen durchaus mithalten konnten. Dabei muß gesagt werden, dass man bei den Pommerschen bewusst nicht auf extrem starke Augenschirme züchtet, sondern übergroße Schirme sogar straft. Die Schirme finden sich oberhalb der Augen und müssen die Sicht zur Seite freilassen, wie es das Foto des mit hv herausgestellten weißen Täubers in 31367 zeigt. Nordkaukasische Farbenschwänze schwarz (36873) und rot Pommersche Schaukappe weiß (31367) Die roten zeigten insgesamt ein knapperes Gefieder und keine Schirme. Im Vergleich zu den aus der Literatur bekannten schaukappigen Farbenschwänzen, z.B. den bei Schütte/Stach/Wolters im Handbuch der Taubenrassen beschriebenen Frunzer Tümmlern und, mit etwas kürzerer Belatschung, auch in russischen Taubenbüchern abgebildeten Tauben hatten sie auch nicht die aufrechte Haltung, sondern eher einen tiefen Stand. Sibirische weiße Positurtümmler mit Haube hatten dunkle Augen und eine kurze Belatschung und waren zudem zitterhalsig. Die Schwanzsteigung bei einzelnen Tieren war unterschiedlich und nicht bei allen so stark wie bei der gezeigten Täubin. Für den Nicht-Spezialisten der Russischen Taubenrassen ähnelten sie figürlich den Rostowern, einige noch stärker den Nordkaukasischen Positurtümmlern. Sibirische Positurtümmler mit Haube (36895) Regensburger Tümmler dun (36862) Regensburger Tümmler in schwarz und dun waren gleich mit 23 von 24 gemeldeten Tieren erschienen und machten einen sehr gleichmäßigen Eindruck. Sie sollen die vorhandenen Farbenschläge Rot und Gelb ergänzen. Die Dunfarbigen waren für den genetisch Interessierten auch deshalb interessant, weil man hier durch die Verwandtschaft zu den Schwarzen sicher sein kann, dass es sich um Dun und nicht um Braun handelt. Hier konnte man seinen Blick für den Unterschied noch einmal schärfen.
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