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Picasso und die Tauben

 

„Picasso: Frieden und Freiheit“, Ausstellung in der Albertina in Wien vom 22.9.2010 – 16.1.2011

 

Picasso and Pigeons

Art Exhibition „Picasso: Peace and Freedom“

Albertina Vienna from 22.9.2010-16.1.2011

 

Die „Lockung“ bei Haustauben ist vermutlich an verschiedenen Orten unabhängig voneinander aufgetreten. Dürigen nennt 1905 als Herkunft Österreich/Ungarn. In alter Literatur werden kurz belatschte und glattfüßige Lockentauben aller Farbenschläge als Ungarische Lockentauben bezeichnet. Speziell für weiße kurz belatschte und kappige Lockentauben findet man auch die Bezeichnung „Mailänder Lockentauben“. Als solche sind sie auch in die Kunst eingegangen. Rainer Waldenburger berichtete darüber auf einer Homepage (www.bdrg-mittelfranken.de): „Als für den ersten Weltkongress der Friedensbe­wegung im Jahre 1949 der französische Schriftsteller Louis Aragon ein Symbol suchte, ging er zu Pablo Picasso. Er sah dessen Graphiken durch und wählte eine aus, die Picasso nach einer der beiden ‚Mailänder Lockentauben’, die er in seinem Atelier hielt, geschaffen hatte“.

 

 

Petite Colombe von Pablo Picasso und Mailänder Lockentauben bei Henri Matisse

 

Die Tauben hatte Picasso als Geschenk des berühmten Malers Henri Matisse erhalten, von dem ein Foto aus dem Jahr 1944 mit vier seiner Lockentauben existiert. Das Foto stammt von Henry Cartier Bresson und ist mit 1944 datiert. Auf diesem Foto ist die Lockung der Tauben deutlicher als im künstlerischen Werk zu erkennen. Im Typ, der Kappenstruktur sowie der kurzen Belatschung entspricht das Kunstwerk den im Foto gezeigten Tieren. Schon der Vater Picassos malte Bilder von Rebhühnern, Tauben und Kaninchen. Die ersten Malversuche begann Pablo Picasso im Alter von sieben Jahren unter Anleitung des Vaters, dabei hatte er auch Tauben naturgetreu abzuzeichnen. 

Eine Ausstellung „Picasso: Frieden und Freiheit“ wird in der Albertina in Wien vom 22.9.2010 bis 16.01.2011. gezeigt. Zu dieser Ausstellung wird auch ein Katalog erscheinen, in dem sicherlich auch die vielen Bilder Picassos von Tauben ihren gebührenden Platz einnehmen werden.

Zur Genetik der Lockentauben wird dort wohl nichts gesagt werden. Erste Analyse darüber wurden bereits 1936 durch den Norweger Wexelsen vorgelegt, der die Lockung auf das Zusammenwirken von zwei Erbfaktoren zurückführte. Bei Kreuzungen mit normalfiedrigen Tauben entstehen Zwischentypen. Gelockte Wammentauben mit einer nur schwachen Lockung haben möglicherweise nur einen dieser Faktoren und entsprechen äußerlich vielleicht dem, was Wexelsen mit „Ruffled“ bezeichnet hat.

 

Picasso and Pigeons

Art Exhibition „Picasso: Peace and Freedom“

Albertina Vienna from 22.9.2010-16.1.2011

 

Frillback pigeons probably originated as a mutant at different places in the world. Dürigen in 1905 supposed Hungary and Austria as the countries of origin. In old literature the breed in general often is named Hungarian Frillback, and the white shell crested muffed variety especially ‘Milan Frillback’. As ‘Milan Frillback’ the breed entered modern arts. Some of Picasso’s paintings of a dove of peace were inspired by Milan Frillbacks he got as present from the famous painter Henri Matisse.

At the exhibition in Vienna Picasso’s pigeon paintings probably will get its due place. The genetics of the frillback pigeon first was analysed by Wexelsen from Norway with the conclusion of two dominant factors acting together.