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Zusammenkunft der Interessengemeinschaft der Züchter reducedfarbiger Rassetauben Das Treffen der Interessengemeinschaft der Züchter von reducedfarbenen Rassetauben fand am 24. September 2005 in Altenberge/Münsterland statt. Mehr als 50 Tiere in verschiedenen Varianten wurden in den bereitgestellten Ausstellungskäfigen in verschiedenen Rassen gezeigt. Bei den Deutschen Modenesern wurde Reduced in wenigen Jahren erfolgreich durch Norbert Dietrich aus den Kölner Tümmlern eingeführt. Gezeigt wurden unterschiedliche Generationen, die den schnellen Fortschritt im Hinblick auf die Rassigkeit deutlich machten. Die Mehrzahl der Tiere entspricht in der Färbung den hellgrau-dunkelgesäumten Kölner Tümmlern. Die Tiere haben ein silbergraues Gefieder und im Flügelschild zeigen die einzelnen Deckfedern wie auch die Schwingen einen dunkelgrauen Saum. Genetisch sind es dunkelgehämmerte Tiere mit dem Ausbreitungsfaktor für Farbe, die zusätzlich Reduced besitzen. Vorgestellt wurde auch ein Täuber aus einer der ersten Generationen mit einer durchgehend silbernen Färbung und einer allenfalls ganz schwachen Säumung. Farblich entsprach er damit dem Zuchtziel von „Silber“ bei einigen Rassen, bei denen man das Lahore-Silber (auf der Basis des Erbfaktors Milky) auf Einfarbige und Weißbindige der eigenen Rasse übertragen hat. Eine wichtige Erkenntnis des Meetings ist dann auch die, dass es auf der Grundlage von Reduced leichter ist, ein helles und sauberes Silber zu erzielen als auf der Basis von Milky. Das wirft darüber hinaus die Frage auf, ob das helle Silber einiger russischer Tümmlerrassen, das man genetisch noch nicht eingeordnet hat, möglicherweise auf Reduced zurückzuführen ist oder dazu eine Verbindung hat. Bei den Feldfarbentauben standen schon in den Vorjahren auf einigen Großschauen in der AOC-Klasse Reduced mit weißen Binden, Reduced mit zart rötlichen Binden und Reduced mit einer rötlichen Hämmerung. In Altenberge fehlten die Reduced mit rötlichen Binden, dafür wurden sie neben gehämmert und weißbindig in hellgrau-dunkelgesäumt gezeigt. Genetisch entsprechen die Reduced mit rötlichen Binde und die Reduced mit entsprechender Hämmerung blaubindigen und blaugehämmerten Tieren mit dem einzigen Unterschied, dass zusätzlich der Reduced-Faktor vorhanden ist. Auf ein Paar Rollertauben mit genau dieser Färbung, bindig und gehämmert, die 1945 von einem Jungen in den USA als etwas Außergewöhnliches bei seinen Tauben erkannt wurden, gehen heute alle bekannten Reducedfarbenen in den verschiedenen Rassen zurück. Die Hellgrauen mit weißen Binden entsprechen genetisch den Bindigen mit rötlichen Binden, sie haben nur zusätzlich den Ausbreitungsfaktor für Farbe. Die Hellgrau-dunkelgesäumten entsprechen – wie bei den Kölner Tümmlern und den bereits angesprochenen Deutschen Modenesern den rötlich gehämmerten Reduced plus Ausbreitungsfaktor. Der Rotton wird durch den Ausbreitungsfaktor verdrängt, wie man es bei anderen Erbfaktoren wie z.B. Platin und Rezessiv Opal auch kennt. Da man weiß, dass der Ausbreitungsfaktor dominant ist und die Hämmerung über die Binden dominiert, kann man alle Farbenschläge beliebig miteinander verpaaren, ohne Überraschungen zu erleben. Auch kann durch wahlweise Verpaarung an Blaubindige oder Schwarze jede andere Variante erzüchten, ob man nun Reduced mit rötlichen Binden, Hellgrau-dunkelgesäumt oder eine andere Variante besitzt. Farbenschläge durch die Kombination von Zeichnungen und Ausbreitungsfaktor
Bei den hellgrauen Feldfarbentauben mit weißen Binden gab es in der Vergangenheit Probleme mit dem vom übrigen grauen Gefieder absetzenden helleren silberfarbenen Hals. In Altenberge wurden von Erwin Meyer einige Tiere gezeigt, bei denen das nicht mehr der Fall war. Sie waren in der Färbung dafür aber auch eine Nuance dunkler als die anderen, die sich von Hellblauen Dominant Opal mit weißen Binden kaum unterscheiden. Daneben gibt es auch Tiere mit einer sehr hellen Grundfärbung, wobei man über die genetischen Gründe zur Zeit noch spekulieren muß. Bewußt vorgestellt wurden einige Jungtiere in der Mauser. Typisch bei diesen das dunklere Ausmausern vom helleren Jugendgefieder. Die Hellgrau-Dunkelgesäumten entsprachen grundlegend der Färbung der Kölner-Tümmler und der Deutschen Modeneser. Im Bauch- und übrigen Grundgefieder sind sie allerdings eine Nuance dunkler, auch ist die Säumung bei den Graugesäumten nicht so hart, was möglicherweise mit dem Dirty-Faktor bei den Kölner Tümmlern zu tun hat. Anders bei den Deutschen Modenesern und den Thüringer Schildtauben hat der Reducedfaktor bei den Feldfarbentauben nicht den Umweg über die Kölner Tümmler genommen. Die Ursachen dieser Unterschiede sind noch genauer zu ergründen. In der rötlich gehämmerten Variante einige Tiere von Horst Klimke mit sehr zarter rötlicher Färbung, andere etwas härter und dunkler, möglicherweise auch geschlechtsbedingt mit einer zarteren Färbung bei den Täubern.
Thüringer Schildtauben wurden von Fritz Muchow und Hermann Nabbefeld in zwei Varianten vorgestellt, die auch schon in der Vergangenheit in der AOC zu sehen waren. Die Hellgrau-Dunkelgesäumten zum Teil mit einer sehr ausgeprägten und klaren Säumung. Die Gesäumten in Rot mit unterschiedlich stark ausgeprägter Säumung und mit Ähnlichkeiten zu einigen schwächer rotgesäumten Voorburger Schildkröpfern. Die rötliche Säumung trat nach den Zuchtdokumentationen von Fritz Muchow schon bei der Erzüchtung der Hellgrau-Dunkelgesäumten aus Kölner Tümmlern und schwarzen Thüringer Schildtauben auf, ist also nicht auf die Einpaarung von roten Schildtauben, die das dominante Rot besitzen, zurückzuführen. Durch die Einpaarung roter Schildtauben kann man versuchen, die rote Säumung durch dort vorhandene Rost- oder Bronzefaktoren zu verstärken. Gezeigt wurde ein für Reduced und für schwarzes Pigment spalterbiger roter Täuber, der – an der Nachzucht erkennbar – zumindest spalterbig den Ausbreitungsfaktor für Farbe besaß, und dennoch ein intensiv rotes Schild hatte. Rotfahle und andere Farbenschläge zeigen in Kombination mit Reduced nach den bisherigen Berichten zwar Aufhellungen, aber keine markanten Kontraste, so dass eine deutlichere Säumung eigentlich nicht zu erwarten ist. Das nächste Zuchtjahr wird weitere Erkenntnisse bringen. Da Reduced, wie die Grundfarben Schwarz, Dominant Rot und Braun, auf dem Geschlechtschromosom liegt, braucht man für die Kombination von Reduced und Dominant Rot einen Koppelungsbruch. Der ist aber auch nicht so selten, da beide Faktoren nicht sehr nah auf dem Chromosom zusammen liegen und ein Bruch damit wahrscheinlicher wird.
In der Literatur wurde vielfach vermutet, dass auch die Blaugesäumten mit Halsring bei den Syrischen Seglern auf Reduced zurückzuführen sind. Direkt neben den gesäumten Reduced stehend wurde der Unterschied in der Färbung deutlich. Besonders markant ist das in den Schwingen und im Schwanz, die bei den Seglern nicht aufgehellt sind. Nach den Zuchterfahrungen von Stefan Wüßing wird der Faktor nicht geschlechtsgebunden dominant vererbt, nach den bisherigen Erfahrungen besteht möglicherweise auch eine Koppelung mit dem Ausbreitungsfaktor. Rubella bei den Reisetauben unterscheidet sich bei den Täubern und bei den gehämmerten Tieren optisch nicht sehr stark von Reduded. Der Unterschied ist allerdings bei den wesentlich dunkleren Täubinnen der Rubellavariante mit dem Ausbreitungsfaktor, von denen neben rubellagehämmert eine typische Täubin gezeigt wurde, sehr stark. Auch ist der Schnabel aufgehellt. Der Erbgang ist allerdings identisch rezessiv und geschlechtsgebunden. Offiziell anerkannt sind Reduced bisher nur bei den Kölner Tümmlern mit der hellgrau-dunkelgesäumten Variante. In dieser Rasse wird auch an weiteren Färbungen gearbeitet. Nicht ausschließen kann man, dass es sich auch bei einigen gesäumten Voorburger Schildkröpfern, wie den Rot- und Gelbgesäumten, um Reduced handelt. Wenn Letzteres der Fall ist, dann hätte man bei den Gelbgesäumten die Kombination von Reducedfaktor und Verdünnungsfaktor, die aufgrund der Faktorkoppelung der geschlechtsgebundenen Faktoren nur schwer zu erreichen ist. Man kann auch nicht ausschließen, dass die als Silber ausgestellten Tiere einiger Rassen den Faktor Reduced besitzen. Einig war man sich darüber, dass die gegenwärtigen Bedingungen für die AOC-Klasse im Hinblick auf die Eingrenzung der Ausstellungen auf die VDT-Schau und Hauptsonderschauen und auf die Begrenzung auf die bei anderen Rassen anerkannten Farbenschläge zu restriktiv sind. Das zeigt sich auch allgemein darin, dass der Drang zur Anmeldung von Neuzüchtungen beim Bundeszuchtausschuss zwecks offizieller Standardisierung ungebrochen ist. Die Einführung der AOC hat hier also keine Entlastung gebracht. Auch etliche Farbenschläge auf der Basis von Reduced werden daher voraussichtlich in kurzer Zeit die Klasse der Neuzüchtungen erreicht haben. Geplant ist, im nächsten Jahr im Raum Münster erneut ein Meeting zu veranstalten, um die hinzugewonnenen Erfahrungen auszutauschen.
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