Home      Aktuelles      Reduced-News     Ausstellungen     Taubenrassen     Genetik   Literatur      Kontakte+Links      Impressum      Gästebuch

 

Erfolgreiches Treffen der Züchter reducedfarbener Tauben in Altenberge

Das Treffen in Altenberge am 16.09.2006 gab durch die zahlreich gezeigten Tiere eine gute Gelegenheit für einen Erfahrungsaustausch. Norbert Dietrich hatte vor Ort alles bestens vorbereitet, so dass die Besprechung der Tiere im Mittelpunkt stehen konnte und in dieser Kurzzusammenfassung auch stehen wird.

 

Deutsche Modeneser

Reducedfarbene Modeneser entsprechen in der Färbung den hellgrau-dunkelgesäumten Kölner Tümmlern, aus denen sie auch entstanden sind. In der Säumung fallen – wie bei den Kölnern – dunkler und heller gesäumte sowie gelegentlich auch ganz helle, bei denen der Saum allenfalls angedeutet ist. Eine gewisse Spannbreite zwischen einer dunkleren und helleren Säumung muss toleriert werden, um einen Ausgleich in der Zucht schaffen zu können und zu verhindern, dass die Tiere zu dunkel oder zu hell werden. Formlich haben die Tiere einen weiteren Schritt nach vorne getan.

   

Deutsche Modeneser hellgrau-dunkelgesäumt

 

Thüringer Schildtauben

Thüringer Schildtauben in hellgrau-dunkelgesäumt sind schon erfolgreich in der AOC gezeigt worden. Auch hier ist eine Spannbreite in der Säumung zu tolerieren. Etliche der von Fritz Muchow und Hermann Nabbefeld vorgestellten Tiere zeigten eine sehr gute Färbung, gelegentlich auftretender Rost im Schild wird durch Zuchtauslese zurückgedrängt. Es ist geplant, die Tiere auf der Deutschen Taubenschau in Nürnberg zur Sichtung vorzustellen.

Eine zweite Zuchtlinie hat Hermann Nabbefeld durch die Rotgesäumten entwickelt, die auf hellem beigefarbenem Grund eine rötlich-gelbe Säumung zeigen. Sie sind aus Hellgrau-Dunkelgesäumten und roten Schildtauben entstanden. Zuchtaufgabe für das nächste Jahr wird sein, zu prüfen, ob das Schild insgesamt heller erreicht werden kann, so dass die Säumung markanter erscheint.

 

Thüringer Schildtauben hellgrau-dunkelgesäumt und rotgesäumt

 

Feldfarbentauben

Bei den Feldfarbentauben hat das letzte Zuchtjahr ebenfalls Fortschritte gebracht. Deutlich geworden ist, dass es bei den gehämmerten und bindigen  Reduced (Horst Klimke und Manfred Stolper) offenbar zwei Varianten gibt. Die eine ist in Binden bzw. der Hämmerung sehr zart ins Rosafarbene gefärbt, die andere härter bräunlich-bronze. Für Ausstellungszwecke scheint es vernünftig, sich für eine Variante zu entscheiden. Die zarte Variante wird für attraktiver und aussichtsreicher gehalten. Man wird dann den Wunsch nach einer zarten Färbung der Zeichnung in eine Musterbeschreibung deutlich hineinschreiben müssen, damit auf den Schauen nicht die Forderung nach deutlicherer Hämmerung bzw. Bindenzeichnung erhoben wird. Der Unterschied in der Färbung bestand übrigens bereits bei dem ursprünglich Anfang der 80er Jahre aus Schottland eingeführten Pärchen reduced-gehämmerter Long-Faced-Tümmlerkreuzungen, bei denen die Täubin härter gezeichnet war als der Täuber.

 

Reduced gehämmert (links rosafarbene, rechts bräunlich-bronzefarbene Variante)

Bei den weißbindigen Feldfarbentauben (Erwin Meyer und Manfred Stolper) gab es einen erheblichen Erkenntnisfortschritt, der eine tiefere Klassifikation als zuvor ermöglicht und Gründe für Färbungsunterschiede aufzeigte. Unterschieden wurden Weißbindige und Weißgeschuppte, die sich von den bindigen und gehämmerten Reduced nur durch den Toy-Stencil-Komplex unterscheiden, der z.B. bei den schwarzen, blauen, roten und gelben Feldfarbentauben die weißen Binden bzw. die weiße Schuppung hervorruft. Dadurch entstehen im Zusammenspiel mit dem Erbfaktor Reduced „Hellblaue mit weißen Binden“ und „Hellblauweißgeschuppte“, die nicht den Letalfaktor Dominant Opal besitzen, wie es bei den bisherigen Hellblauen der Fall ist. In dieser Linie muß noch daran gearbeitet werden, den oft heller silbergrauen Halsring zu verdrängen.

Daneben gibt es eine zweite Linie, die den Farbausbreitungsfaktor (Spread) besitzt. Genetisch sind es bei den Feldfarbentauben Schwarze mit weißen Binden bzw. Schwarz-Weißgeschuppte, die zusätzlich den Erbfaktor Reduced besitzen. Diese Tiere sind nach den Ausführungen von Manfred Stolper dunkler als die Hellblauen in der Färbung. Die Aufgaben werden in dieser Linie darin gesehen, die Grundfarbe und auch Schwingen und Schwanz deutlich dunkler zu halten, um die Linien auch optisch zu trennen. Als Bezeichnung für die Färbung wird von Manfred Stolper bei der bindigen Variante „Anthrazitfarben mit weißen Binden“ vorgeschlagen. Durch die Verankerung des Toy Stencil-Komplexes in den reducedfarbenen Farbentauben mit dem Farbausbreitungsfaktor sind die Binden nach Einschätzung von Manfred Stolper deutlich heller geworden als sie es ohne diesen Faktor sind.

Reduced mit weißen Binden (links helle Variante ohne Farbausbreitungsfaktor, rechts dunklere Variante mit Farbausbreitungsfaktor)

Kölner Tümmler

Kölner Tümmler hellgrau-dunkelgesäumt

Die von Lars Hartmann gezeigten Kölner Tümmler hellgrau-dunkelgesäumt machten gut deutlich, wie die Färbung gewünscht wird und zeigten auch die für die Zucht notwendige Spannbreite zwischen dunkleren und helleren Tieren auf. Deutlich wurde bei den Gesprächen auch, dass der schwarze Farbenschlag der jeweiligen Rasse sehr gute Anknüpfungspunkte für Kreuzungen bietet. Bei Bedarf kann man jederzeit einen Reduced-Täuber mit einer schwarzen Täubin verpaaren und wird bereits daraus hellgrau-dunkelgesäumte Weibchen ziehen. Auch die daraus fallenden schwarzen Jungtäuber wird man erfolgreich in der Zucht einsetzen können, da sie spalterbig für Reduced sind und daher mit reducedfarbenen Weibchen auch Hellgrau-Dunkelgesäumte in beiden Geschlechtern bringen.

Brieftauben mit dem Reducedfaktor wurden von Thomas Voss vorgestellt. Unter den Tieren auch eine hell-beigefarbene Täubin, die das Überraschungspotential des Faktor deutlich machte.

 

Rubella-Brieftauben

Rubella Brieftauben wurden von Thomas Voss gezeigt. Einer der beiden Täuber entsprach in seiner hellen Färbung der Färbung der Hellgrau-Dunkelgesäumten, wobei die Säumung allerdings relativ hell ist. Einer der Täuber war dunkelgrau, wie es meist nur die Weibchen sind. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Täuber in der Mehrzahl hell sind und die Weibchen dunkel, dass es bei den Täubern aber gelegentlich, und nicht nur als extreme Ausnahme, auch dunklere gibt. Der Geschlechtsunterschied zwischen hellen Täubern und dunklen Weibchen der Rubella ist bei Reduced nicht gegeben.

 

Brieftaube Rubella mit Farbausbreitungsfaktor (Täuber)

 

Platin und  Syrische Segler Blaugesäumt mit Halsring

Mit den platinfarbenen Pommerschen Schaukappen vom Verfasser dieser Zeilen und Syrischen Seglern von Stefan Wüßing wurden zwei Färbungen vorgestellt, die sehr ähnlich wie einige Reduced-Varianten aussehen, aber einen anderen Erbgang zeigen. Für die Pommerschen Schaukappen ist zudem typisch, dass nur die Täuber ein hell-platinfarbenes Gefieder zeigen, während die Täubinnen deutlich dunkler sind.

 

Pommersche Schaukappe platin (Täuber) und Syrischer Segler blaugesäumt mit Halsring

 

Der Mauservorgang

Erstmalig wurde auf der Tagung auch auf den Mauservorgang eingegangen. Die platinfarbenen Täuber der Pommerschen Schaukappen mausern von einem dunkleren Jugendgefieder heller aus, während es bei den Hellgrau-dunkelgesäumten und bei den Hellblauen und Anthrazitfarbenen mit weißen Binden umgekehrt ist. Erwin Meyer und Manfred Stolper zeigten Jungtiere in der Mauser, die im Jugendgefieder fast weiß erschienen und erst nach der Mauser eine intensivere Färbung erhielten, eine Erscheinung, die auch aus der Zucht der Kölner Tümmler bestätigt wurde und sich in der Zucht des Verfassers in einem weißen Jungtier bei einer Kreuzung eines Deutschen Modenesers mit einer Brieftaube zeigte. Dass Reduced im Jugendgefieder so hell sein können ist aus der Literatur bisher auch nicht bekannt.

Im Jugendgefieder fast weiße Feldfarbentauben, die dunkler ausmausern

 

Reduced mit einer anderen Grundfärbung

Andreas Boisits hat in den letzten Jahren erfolgreich den Faktor Reduced in Altdeutsche Mövchen übertragen und auch dort hellgraue Schilder mit leichter Säumung erhalten. Neben diesem Bild konnten auf der Tagung darüber hinaus aus seiner Zucht Bilder einfarbig brauner, braunfahlbindiger und rotfahlgehämmerterTiere gezeigt werden. Auf braunfahler Grundfarbe werden ebenfalls zarte Färbungen erzeugt, die  wohl eine größere Akzeptanz finden könnten als Reduced auf brieftaubenroter Grundfarbe, von denen auch Fotos von Tieren aus der Zucht von Andreas Leiss und aus ursprünglichen Importen aus Schottland von Scott L. Sharp gezeigt werden konnten. Das ursprünglich hier als braunfahlgehämmert bezeichnete Tier von Andreas Boisitz ist eine Rotfahlgehämmerte und deutlicher aufgehellt als die Tiere auf den anderen Fotos. Es erinnert auch an rotfahlgehämmerte Dominant Opal, von denen ein Bild im Buch "Tauben. Züchten mit System" des Verfassers (Farbbild 30 vor S. 119) abgebildet ist. In Verbindung mit dem bei den meisten Rassen für weiße Binden verantwortlichen Toy-Stencil-Komplex könnten aus den Braunen Tiere entstehen, die in der Färbung dem Isabell bei anderen Rassen nahe kommen.

  

Einfarbig Braun und Rotfahlgehämmert mit Reduced-Faktor (von links), Zucht und Fotos Andreas Boisits

 

 

  

Rotfahlgehämmert mit Reduced Faktor (links Import aus Schottland, rechts Züchter und Foto Andreas Leiss

Es wurde vereinbart, dass im nächsten Jahr um die gleiche Jahreszeit im Raum Münster ein weiteres Treffen stattfinden wird.